Ski-WM Kostelic-Geschwister schreiben WM-Geschichte
St. Moritz - Während Ivica Kostelic mit seinem Sieg im Weltmeisterschafts-Slalom alpine Ski-Geschichte geschrieben hat, hat Felix Neureuther, 18, den Leid geprüften deutschen Ski-Rennläufern mit einem respektablen 15. Platz Hoffnung gemacht. Der Sohn der deutschen Ski-Legenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther fuhr am Sonntag zunächst mit der hohen Startnummer 53 auf den 29. Platz nach dem ersten Durchgang. Dann schaffte er mit Startnummer eins die Bestzeit im zweiten Lauf. "Ich bin verhalten gefahren und wollte durchkommen. Aber ich habe die Nummer ziemlich ausgenutzt", sagte der Partenkirchener trotz der besten deutschen Männer-Platzierung in St. Moritz bescheiden. Nur 0,11 Sekunden fehlten ihm zum Top-Ten-Rang.
"Der größte Tag in meinem Leben"
Ivica Kostelic holte in 1:40,66 Minuten das dritte kroatische Gold und machte das Urlaubsland zur zweiterfolgreichsten Skination dieser WM hinter Österreich. Es war das erste Mal in der Ski-Historie, dass
Geschwister in derselben Disziplin gewinnen konnten. Schwester Janica hatte tags zuvor Slalom-Gold geholt. "Das ist ein Traum, ich bin so voller Emotionen. Dies ist vielleicht einer der größten Tage in meinem Leben", sagte Ivica Kostelic, der als erster kroatischer Mann eine alpine Medaille gewann.
Hinter dem dominierenden Slalom-Fahrer der Saison sicherte sich der Schweizer Newcomer Silvan Zurbriggen mit 0,33 Sekunden Rückstand überraschend die Silber-Medaille vor dem Italiener Giorgio Rocca. Doppel-Weltmeister Bode Miller (USA) verlor im ersten Lauf einen Stock und musste sich mit Rang sechs zufrieden geben. Auch im zehnten und letzten WM-Rennen gab es keine erfolgreiche Titelverteidigung. Mario Matt (Österreich) schied ebenso aus wie Olympiasieger Jean-Pierre Vidal (Frankreich).
Eberle: "Einfach scheiße"
Markus Eberle, 34, wurde seinem Ruf wieder einmal gerecht. Der als Trainings-Weltmeister aus dem Kleinwalsertal verkrampfte im ersten Lauf als 37. und schied im zweiten Durchgang aus. "Das war einfach scheiße", kommentierte Eberle seine Leistung. Der hauptberufliche Zollbeamte will nach Saisonende über die Fortsetzung seiner Karriere entscheiden. Lehrgeld bezahlen musste Nachwuchsfahrer Jendrek Stanek.
Der 21-Jährige vom WSV Königssee, der ohne ein Weltcup-Rennen nach St. Moritz kam, schied im ersten Lauf ebenso aus wie Andreas Ertl. Der 27-Jährige aus Lenggries hatte schon im Riesenslalom das Ziel nicht erreicht.