Skiflug-WM Späth greift nach Gold
Planica - "Das ist ein ganz tolles Gefühl. Der zweite Flug war nahezu perfekt. Nachdem ich den Absprung toll getroffen habe, hatte ich nur einen Gedanken: Jetzt musst du dich voll reinhängen und alles riskieren", sagte Späth. Der neue deutsche Springerstar gewann nach Sätzen von 203,5 und 225 Metern (423,2 Punkte) das erste Wertungsfliegen bei der Skiflug-WM im slowenischen Planica. Auf Platz zwei und drei liegen die Finnen Tami Kiuru (197,5 + 218,5 = 408,7) und Janne Ahonen (190 + 225 = 404).
"Morgen werde ich versuchen, es genau so wie heute zu machen und um den Sieg kämpfen. Ganz egal was rauskommt - mit dem heutigen Tagessieg und dem neuen Hausrekord von 225 Metern habe ich mir schon ein vorfristiges Geschenk zum 23. Geburtstag am Dienstag gemacht", fügte Späth hinzu. Sein Vorsprung von 14,5 Punkten entspricht umgerechnet 12 Metern.
Springen am Samstag gefährdet
Allerdings könnte Späths Tagessieg bereits den WM-Titel bedeuten. Am Samstagvormittag - geplanter Beginn des Wettkampfes ist 10.15 Uhr - soll laut Wettervorhersage ein so starker Wind sein, dass nicht geflogen werden kann. Dann würde das Ergebnis vom Freitag der WM-Endstand sein. Eine Verschiebung auf Sonntag wird es nicht geben, denn zum WM-Abschluss soll erstmals ein Team-Titel im Skifliegen vergeben werden. Bereits die Qualifikation zum Einzelspringen war am Donnerstag wegen zu starker Winde abgesagt worden.
Martin Schmitt, für den als 33. der Wettkampf in jedem Fall beendet ist, sieht in Späth bereits den neuen Skiflug-Champion. "Seine Ausgangsposition ist so perfekt, dass er eigentlich gar nicht mehr verlieren kann", sagte Schmitt. Titelverteidiger Sven Hannawald rangiert nach dem ersten Durchgang mit 353,7 Punkten nur an 17. Stelle. "Ich drehe mich weiter im Kreis. Der Knopf geht einfach nicht auf. So macht es keinen Spaß", klagte Hannawald. Michael Uhrmann (374,6 Punkte) ist nach dem ersten Tag 13.