Skispringen - Two Nights Tour: Sven Hannawald kritisiert Duschgel-Prämie für Frauen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Two-Nights-Tour Hannawald kritisiert Duschgelprämie für Skispringerinnen

Einige Tausend Schweizer Franken für die Männer, Pflegeprodukte für die Frauen: Die Skisprung-Tourneen um den Jahreswechsel belohnen Qualifikationssiege sehr unterschiedlich. Das sorgt nun für immer mehr Unmut.
Selina Freitag (l., mit Katharina Schmid) bekam für ihren Qualifikationssieg nicht mehr als einen kleinen Sachpreis
Selina Freitag (l., mit Katharina Schmid) bekam für ihren Qualifikationssieg nicht mehr als einen kleinen Sachpreis

Selina Freitag (l., mit Katharina Schmid) bekam für ihren Qualifikationssieg nicht mehr als einen kleinen Sachpreis

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Duschcreme, Shampoo und vier Handtücher: Die Prämie für den Sieg in der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen fiel für die Skispringerinnen dürftig aus. Selina Freitag hatte am Silvestertag von den kuriosen Sachpreisen bei der Two-Nights-Tour der Frauen berichtet. Zum Vergleich: Der Qualfikationssieger bei der Vierschanzentournee der Männer erhält eine Prämie von 3000 Schweier Franken (rund 3200 Euro).

Der frühere Vierschanzentournee-Sieger Sven Hannawald äußerte sich nun kritisch über die ungewöhnliche Prämie – und brachte einen kuriosen Vorschlag ein: »Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich morgens schon mit einem Klingelbeutel zur Bahnschranke gegangen und hätte gespendet oder spenden lassen. Das war ein bisschen unglücklich«, sagte Hannawald in der ARD.

»Glas ist eher halb leer«

Horst Hüttel, beim Deutschen Skiverband (DSV) Sportdirektor, äußerte Verständnis für die Kritik. »Definitiv müssen wir uns da Gedanken machen. Stand jetzt gibt es für eine Qualifikation kein Preisgeld. Handtuch und Duschgel ist ein bisschen unglücklich gewählt. Da ist es gescheiter, man gibt gar nichts«, ordnete Hüttel ein.

Man wolle dieses Thema mit den Organisationskomitees angehen, kündigte der Funktionär an. Die Frauen haben noch immer keine Vierschanzentournee. In Garmisch-Partenkirchen und Oberstdorf gibt es Wettbewerbe, in Innsbruck und Bischofshofen noch nicht. »Das Glas ist eher halb leer. Wir wollen den zweiten Schritt gehen in den nächsten zwei Jahren. Solange das nicht komplett umgesetzt wird, werden immer die Rufe danach sein«, sagte Hüttel.

Katharina Schmid bei der Two-Nights-Tour

Katharina Schmid bei der Two-Nights-Tour

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Auch sportlich erfüllte die Two-Nights-Tour die Erwartungen nicht – weder beim deutschen Team noch bei den Veranstaltern. Katharina Schmid, früher Althaus, belegte trotz Weltcup-Gesamtführung im Abschlussklassement nur den dritten Platz. Davor landeten Nika Prevc aus Slowenien, die bereits die Debütausgabe im Vorjahr gewinnen konnte, und Eirin Maria Kvandal aus Norwegen. Mit insgesamt 6200 Zuschauern auf beiden Stationen blieb der von den Veranstaltern erhoffte Aufwärtstrend beim Publikumszuspruch aus.

cev/dpa

Mehr lesen über