Start der DEL-Saison: Eisbären-Jäger gesucht - DER SPIEGEL
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Start der DEL-Saison Eisbären-Jäger gesucht

Eisbären Berlin oder Eisbären Berlin? Die Frage nach dem Favoriten für die am Freitag beginnende DEL-Saison stellt sich eigentlich nicht. Konkurrenz droht aus Hamburg und Iserlohn, die ihre Kader deutlich verstärkten. Auch Ex-Nationalcoach Uwe Krupp könnte mit seinem neuen Club Aufsehen erregen.
Branchenprimus Eisbären Berlin: Fünf Meisterschaften in den vergangenen sieben Saisons
Branchenprimus Eisbären Berlin: Fünf Meisterschaften in den vergangenen sieben Saisons

Branchenprimus Eisbären Berlin: Fünf Meisterschaften in den vergangenen sieben Saisons

Foto: Britta Pedersen/ dpa
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Hamburg - Sportlich sind sie schon lange die Nummer eins, nun hat der Verein auch noch den größten Etat: Die Eisbären Berlin starten - wie eigentlich immer in den vergangenen Jahren - als großer Favorit in die am Freitag beginnende 18. Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Fünf der vergangenen sieben Meisterschaften sicherte sich der Hauptstadtclub. Grund genug, um von allen übrigen Mannschaften wieder als Top-Favorit genannt zu werden.

Auch weil die Berliner zum ersten Mal mit dem höchsten Etat in die Saison starten. Während man selbst weiter bei 7,5 Millionen Euro liegt, reduzierte der bisherige Primus Adler Mannheim seinen Haushalt um rund 600.000 Euro auf 7,4 Millionen Euro.

Vor der Saison versuchen die Verantwortlichen der Eisbären jedoch, die eigene Favoritenrolle klein zu reden. "Die Saison wird noch spannender als im letzten Jahr", sagte Manager Peter John Lee. Das Ziel bleibt dennoch der Titel. "Als Meister wird sich jetzt keiner von uns mit dem zweiten Platz zufriedengeben", sagte Spieler Sven Felski. Zumal die Berliner ihren Kader weiter verstärkt haben und aus Augsburg den Top-Scorer der vergangenen Saison, Darin Olver (23 Tore und 47 Vorlagen), sowie dessen Sturmpartner Barry Tallackson (29 Tore und 26 Vorlagen) verpflichteten. Sie ersetzen die etablierten Angreifer Steve Walker und Jeff Friesen, auch Verteidiger Derrick Walser verlies den Club.

Als ärgste Verfolger der Berliner gelten in diesem Jahr Vorjahres-Finalist Wolfsburg und die Adler Mannheim. Gespannt darf man auf die Rolle der Kölner Haie sein, die den ehemaligen Nationaltrainer und Stanley-Cup-Sieger Uwe Krupp als neuen Trainer verpflichteten. Der gibt sich aber zunächst defensiv: "Das wird nicht leicht, denn wirtschaftlich sind wir eher dem unteren Drittel der Liga zuzurechnen." Für die DEL ist Krupp - der Vater des Erfolgs im Nationalteam - bereits ein Gewinn. "Er ist ein Kopf, eine Identifikationsfigur", betont Liga-Chef Gernot Tripcke. Selbst Konkurrent Lee aus Berlin lobt: "Er ist ein Trainer, der das Niveau in der Liga verbessert."

Deutlich besser als im Vorjahr wollen die Hamburg Freezers und die Iserlohn Roosters spielen. Vor allem die Roosters, in der vergangenen Saison auf Platz zwölf, wollen in die Plaoffs. Das Team um Nationalmannschaftskapitän Michael Wolf leistete sich neun Neuzugänge - darunter die NHL-erfahrenen Jassen Cullimore (812 Einsätze), Mike York (579), Jeff Cowan (413), und Sebastien Caron (91).

Hamburg baute den Kader um, Düsseldorf sucht neuen Sponsor

Gleich zwölf Spieler haben die Hamburg Freezers verpflichtet, 15 mussten den Club verlassen, darunter der ehemalige Kapitän Alexander Barta. Nun wollen sich die Hamburger für die Playoffs (die besten sechs Teams) oder zumindest die Pre-Playoffs (Plätze 7 bis 10) qualifizieren. "Wir stehen zurecht unter großer Beobachtung. Wir haben eine Zielsetzung, und die erreicht man nicht in kleinen Mäuseschritten. Jetzt muss auch mal ein großer Sprung her", sagte Clubboss Michael Pfad dem "Hamburger Abendblatt".

Ähnliches war bei den Freezers auch schon vor den beiden vergangenen Spielzeiten zu hören, die dann sportlich erfolglos verliefen. Mit 6,8 Millionen Euro hat der Club weiterhin den drittgrößten Etat der Liga, die daraus entstehenden Erwartungen konnte der Club zuletzt aber nicht erfüllen. In der vergangenen Saison belegten die Hamburger Platz elf von 14 Teams.

Wie Hamburg blicken die meisten DEL-Clubs optimistisch auf die neue Saison, auch weil der Sommer im Gegensatz zum Vorjahr ruhig blieb. Damals mussten die Frankfort Lions Insolvenz , den Kassel Huskies wurde die Lizenz entzogen. Ähnliches droht aktuell zwar keinem Club, könnte aber in Zukunft wieder ein Thema werden.

Der Hauptsponsor der Düsseldorfer EG hat angekündigt, sein Engagement nach der Saison zu beenden. Sollte der Club keinen Nachfolger finden, droht das Aus in der DEL. "Stand jetzt könnten wir für die Saison 2011/2012 keine Lizenz beantragen und müssten uns aus der DEL verabschieden", sagte Club-Manager Lance Nethery, "alle sagen mir zwar, dass es schon wird, weil wir einen guten Namen haben. Aber das allein wird nicht reichen. Wir brauchen Investoren."

Die Saison am Freitag startet mit einer Schweigeminute für die Opfer der Flugzeug-Katastrophe in Russland. Vergangene Woche war das gesamte Team des Erstligisten Lokomotive Jaroslavl mit dem deutschen Nationalspieler Robert Dietrich ums Leben gekommen.

Viele aktuelle Spieler hatten mit Dietrich im Club (Düsseldorf und Straubing) und in der Auswahl gespielt oder waren enge Freunde des 25-Jährigen. Der Weg zurück in den Alltag sei nach dem Unglück "natürlich sehr hart", sagte Krupp. Er hatte Dietrich lange in der Nationalmannschaft trainiert.

leh/sid/dpa/dapd

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