WM-Dritte Riesch "Ich habe gebangt"
Frage: Frau Riesch, sind Sie zufrieden mit Ihrer Bronzemedaille im ersten WM-Rennen?
Maria Riesch: Ich bin überglücklich, dass es für mich zu einer Medaille gereicht hat. Ich habe sie eher weniger erwartet, auch wenn ich zweimal Zweite im Super-G in dieser Weltcupsaison war. Aber ich wusste, dass bei mir alles zusammenpassen muss, denn ich habe seit drei Jahren kein Super-G-Rennen mehr gewonnen.
Frage: Was hätte noch besser laufen können?
Riesch: Es waren ein paar Kleinigkeiten, die nicht gepasst haben. Ein Schnitzer oben, der hat vielleicht diese zwei Zehntel gekostet. In der "Hölle" (Streckenabschnitt, Anm. d. Red.), wo es sehr eisig war, waren manche meiner Schwungansätze nicht ganz perfekt. Aber alles in allem habe ich eine kämpferische, gute Fahrt geboten und versucht, eine gute Körpersprache zu haben.
Frage: Lindsey Vonn hatte sich am Vortag beklagt, dass die Piste zu eisig sei. Teilen Sie diese Einschätzung?
Riesch: Klar war sie schwer zu fahren, aber wir sind hier bei einer Weltmeisterschaft. Dass da die Bedingungen nicht so ganz einfach sind, finde ich gerechtfertigt. Es gibt viele Athletinnen, die bei relativ einfachem Schnee gewinnen oder ganz vorne mitfahren können. Ich sage jetzt nicht, dass Lindsey dazugehört. Aber bei einer WM muss diejenige gewinnen, die auch bei schwierigen Bedingungen am besten fährt. Und das war heute Elizabeth Görgl.
Frage: Vonn startete als eine der letzten Fahrerinnen, die Sie noch hätten gefährden können. Dachten Sie, ihre Freundin schnappt Ihnen die Medaille noch weg?
Riesch: Als Lindsey gefahren ist, war mein Puls mindestens genauso hoch wie bei meiner eigenen Fahrt. Ich habe gebangt, denn ich wollte auf keinen Fall Vierte werden. Aber sie war nicht ganz fit und dies war kein Rennen, bei dem man eine Chance hat, ohne fit zu sein.
Frage: Ist bei Ihnen nun ein wenig Anspannung gewichen?
Riesch: Die Medaille nimmt Druck raus, denn ich habe das Mindestziel schon erreicht. Der Druck ist aber nicht ganz weg. Ich will noch mehr erreichen hier. Aber ich kann das alles jetzt mehr genießen.
Frage: Ist Ihnen der Rummel der letzten Tage nicht fast zu viel geworden?
Riesch: Ich merke nur an öffentlichen Plätzen, dass viele Leute um mich herum sind. Daher war es eine ganz gute Idee, zu Hause zu schlafen und nicht ins Hotel zu gehen. Da ist es sehr ruhig, weil niemand genau weiß, wo ich wohne.
Frage: Am kommenden Freitag ist bereits Ihr nächstes Rennen, die Super-Kombination. Was rechnen Sie sich aus?
Riesch: Diesen Spagat zwischen Speed- und Technikdisziplinen habe ich meistens ganz gut hinbekommen. Man kann nie eine Medaille als sicher verbuchen, aber meine Chancen sind in der Super-Kombination definitiv am größten.