Im Land der Mudschahidin: Schlachtfeld Afghanistan - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Im Land der Mudschahidin Schlachtfeld Afghanistan

Das im Norden Afghanistans gelegene Pandschir-Tal gehört zu den zehn Prozent des Landes, die noch fest in der Hand der Nordallianz sind. Von dort aus wollen die Mudschahidin und ihre Alliierten gegen Kabul vorrücken, um die Taliban zu vertreiben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nur wenige Kilometer hinter der Front errichteten Mitarbeiter der italienischen Hilfsorganisation "Emergency" ein Notfall-Krankenhaus. Täglich müssen dort neue Kriegsopfer versorgt werden. Nicht nur Erwachsene, auch viele Kinder werden durch Minen und Schusswaffen schwer verletzt. Amputationen stehen auf der Tagesordnung.

SPIEGEL TV zeigt den Alltag hinter der Front. Bewegende Bilder vom Leid und Elend in einem vom Krieg geschundenen Land.


INTERVIEW MIT EMERGENCY-GRÜNDER GINO STRADA


Ein Krieg, so schmutzig wie alle anderen


Der italienische Arzt Gino Strada ist Mitbegründer der Hilfsorganisation "Emergency", die sich weltweit für Kriegs- und Minenopfer einsetzt. Sein Team blieb auch nach den Terrorangriffen in Afghanistan und arbeitet zurzeit in einem Krankenhaus in Anabahr, auf dem Gebiet der Nordallianz. SPIEGEL ONLINE hat den unermüdlichen Chirurgen nach seinen Eindrücken aus dem Pandschir-Tal befragt. mehr...





Die Hilfsorganisation "Emergency"


Im Norden Afghanistans bemüht sich die italienische Hilfsorganisation "Emergency", die eklatant schlechten hygienischen und medizinischen Zustände in dem von Krieg und Armut gebeutelten Land zumindest im Ansatz zu beheben. Schon 1999 hatte "Emergency" sein humanitäres Projekt mit dem Bau eines chirurgischen Zentrums für Kriegsopfer in Anabah, im Pandschir Tal, begonnen.

Entlang der seit fünf Jahren nahezu unveränderten Frontlinie zu den Gebieten der Taliban sind Verletzungen durch Schusswaffen und Minen an der Tagesordnung. Seit Beginn ihrer Tätigkeit konnten die italienischen Helfer über 8000 Kriegsopfer behandeln, viele davon in den sechs Erste-Hilfe-Stationen im Kriegsgebiet. Ein im Jahr 2000 gebautes Zentrum in der Hauptstadt Kabul musste wieder geschlossen werden.

Besonders am Herzen liegt den Vertretern der 1994 in Mailand gegründeten Organisation die Behandlung und Rehabilitation von Landminenopfern. Man schätzt die Zahl der weltweit noch nicht explodierten Landminen auf 110 Millionen. Eine ständige Gefahr für Soldaten und die Zivilbevölkerung in 67 Ländern.

Auch die medizinisch-techische Schulung von Pflegepersonal in Bürgerkriegsgebieten wie Sierra Leone, Kambodscha oder dem Irak ist eines der Hauptanliegen der erfahrenen Helfer. Durch die eigenständige klinische Verwaltung soll die Weiterführung des Programms auch nach Abzug der italienischen Kollegen gewährleistet werden.





Adresse und Spendenkonten in Italien:
Emergency
Via Bagutta, 12
20121 Milano


Tel.: 0039 02 76 001 104
Fax: 0039 02 76 00 37 19


Konto bei der Banca Popolare di Milano
Piazza Meda, Milano
c/c 67000 - CAB 01600 - ABI 5584


Konto bei der Banca Popolare dell'Emilia Romagna
Agenzia di Milano
c/c 713558 - CAB 01600 - ABI 5387