Preiskampf über den Wolken: Angriff der Billigflieger - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Preiskampf über den Wolken Angriff der Billigflieger

Wenn Fliegen so günstig wird wie U-Bahn-Fahren, dann muss die Freiheit über den Wolken wohl grenzenlos sein. Schon ab zehn Euro will die neue Billigfluglinie Hapag Lloyd Express in Zukunft deutsche Flughäfen ansteuern. SPIEGEL TV über die neue Art des Fliegens, bei der Zweckmäßigkeit vor Luxus kommt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Es herrscht Goldgräberstimmung im Low-Cost-Segment: Der Erfolg der irischen Fluglinie Ryanair lockt immer mehr Billiganbieter auf den Markt. 92 Prozent aller Sitzplätze verkauft Ryanair bereits über das Internet. Um noch mehr Personalkosten und Zeit zu sparen, wurden Tickets ganz abgeschafft. Der gemeine Fluggast ist zufrieden: Die Boardingzeiten sind extrem kurz, da vor allem Regionalflughäfen angeflogen werden. Die Tarife sind flexibel und ändern sich im Wochentakt entsprechend der Nachfrage.

"Das einfachste Element ist unsere Effizienz," erklärt die Vertriebsleiterin von Ryanair, Caroline Baldwin, die einfache und offenbar erfolgreiche Kalkulation. Der Billiganbieter fliegt schon jetzt sechsmal mehr Passagiere pro Angestelltem als die Lufthansa. Kein Wunder, dass der Umsatz im vergangenen Jahr um 68 Prozent auf 30 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Lufthansa und Co. versuchen jetzt, über Beteiligungen und eigene Low-Cost-Anbieter den Fuß in die Tür zum Billigflugland zu setzen. Spätestens zum Winter erwarten Experten den Ausbruch eines Preiskrieges am deutschen Himmel.