Propagandakampf im Irak: Am Rande des Abgrunds - DER SPIEGEL
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Propagandakampf im Irak Am Rande des Abgrunds

Der Krieg der Worte ist in vollem Gange: Während die britische Regierung und die Bush-Administration immer neue Dossiers über das Waffenarsenal des irakischen Diktators Saddam vorlegen, schießt der Tyrann aus Bagdad mit den Mitteln der Propaganda zurück.
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Gezielt werden europäische Parlamentarier, Vertreter von Hilfsorganisationen sowie Journalisten ins Land geholt und an jene Stätten geführt, die in den USA und in Großbritannien als mögliche Produktionsstätten von Massenvernichtungswaffen gelten. Das immer gleiche Ergebnis der Show-Veranstaltungen: Alles ganz harmlos. Eine wirkliche Überprüfung findet nicht statt. So darf auch nur das gefilmt werden, was ausdrücklich erlaubt ist - darauf weist auch der eigens zugeteilte Bewacher das SPIEGEL TV-Team hin, das in den vergangenen 14 Tagen den Irak besuchte.

Neben dem Abwehrkampf an der Medienfront findet die moralische und spirituelle Aufrüstung der einheimischen Bevölkerung statt. So lässt sich Diktator Saddam mit einem bizarren Personenkult wahlweise als Feldherr, Leistungssportler, Glaubensoberhaupt oder einfacher Bauer feiern und in den großen Moscheen des Landes werden die Terroranschläge vom 11. September als Heldentaten im Kampf gegen den Dämon Bush gefeiert. "Wir unterstützen jede Front", so Bakr al-Shamrai, ein hoher religiöser Gelehrter zu SPIEGEL TV, "die sich gegen die teuflische Arroganz der Amerikaner stellt".

SPIEGEL TV über den Irak am Rande eines anscheinend unausweichlichen Krieges.