Missbraucht und getötet: Das grausame Schicksal des Pascal Z. - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Missbraucht und getötet Das grausame Schicksal des Pascal Z.

Auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag verschwand der damals fünfjährige Pascal vor eineinhalb Jahren spurlos. Nur hundert Meter von seinem Wohnhaus entfernt, so die Ermittler heute, wird der zierliche Junge Opfer eines Kinderschänderrings.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Zufall brachte die grauenhafte Wahrheit ans Licht: Pascal aus Saarbrücken ist bereits am Tag seines Verschwindens getötet worden. Umgebracht von einer Gruppe von Kinderschändern, verscharrt irgendwo in einer lothringischen Kiesgrube. Bis heute konnte die Leiche des Jungen nicht gefunden werden.

Schon im Vorfeld der Tat soll Pascal über Wochen hinweg an Freier vermittelt worden sein. Die mutmaßlichen Mörder des Kindes kommen alle aus der Nachbarschaft. Neun Männer und fünf Frauen sind inzwischen in Haft, zwölf von ihnen angeklagt des gemeinschaftlichen Mordes und des sexuellen Missbrauchs.

Erst die Aussagen eines heute Siebenjährigen, dem früheren Pflegekind der Hauptverdächtigen Christa W., brachten die Polizei auf die Spur von Pascals Mördern. Dabei gab es lange vor Pascals Verschwinden Hinweise auf die dunklen Machenschaften der Christa W. - Informationen, denen die Beamten des Saarbrücker Jugendamtes offenbar nicht genug Beachtung schenkten. Selbst eine Strafanzeige wegen Vernachlässigung ihres Pflegekindes blieb für Christa W. ohne Folgen.

Verfügte die Wirtin mehrerer Kneipen über beste Kontakte zu Polizei und Justiz? Drei Jahre lang war die Hauptverdächtige sogar Schöffin für Jugendsachen am Amtsgericht Saarbrücken. Im Hinterzimmer ihrer Kneipe allerdings soll sie Minderjährige an zahlende Freier vermittelt haben.

Die SPIEGEL TV-Reporter Birte Möller und Oliver Richardt recherchierten erschreckende Einzelheiten über die Kinderschänder von Saarbrücken.