Jugendamt sah keinen Grund zum Eingreifen: Kleinkind fast zu Tode geprügelt - DER SPIEGEL
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Jugendamt sah keinen Grund zum Eingreifen Kleinkind fast zu Tode geprügelt

Seit zwölf Tagen liegt der kleine Pascal aus Strausberg im künstlichen Koma, nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus musste er mehrere Stunden notoperiert werden. Monatelang war er vom Lebensgefährten der Mutter misshandelt worden - das zuständige Jugendamt schaute offenbar tatenlos zu.
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Die Spuren der Misshandlungen waren dem Vater und den Großeltern des anderthalbjährigen Pascal schon bald nach der Trennung von seiner Freundin Melanie J. aufgefallen. Besonders schlimm waren die blauen Flecken und Verletzungen, wenn das Kleinkind allein mit dem neuen Lebensgefährten der Mutter, dem 25-jährigen Marcel O., gewesen war, sagte Pascals Vater gegenüber SPIEGEL TV-Reporterin Birte Möller.

Spätestens seit April vorigen Jahres scheint das zuständige Jugendamt in Strausberg über die Misshandlungen des Säuglings informiert gewesen zu sein. Der Vater sagt, er sei mehrmals wöchentlich beim Jugendamt vorstellig geworden. Doch erst als Ärzte im August die Verletzungen bescheinigen, reagiert die Behörde: Pascal kommt in eine Pflegefamilie - allerdings nur für vier Wochen. Danach setzt sich sein Martyrium fort, bis er schließlich mit mehreren Rippenbrüchen und schwersten inneren Verletzungen in die Klinik kommt.

Während der wegen Gewaltdelikten und Drogenmissbrauch vorbestrafte Tatverdächtige Marcel O. mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt und der kleine Pascal um sein Leben kämpft, weist das Strausberger Jugendamt alle Vorwürfe zurück. "Wir würden genauso wieder handeln, weil der rechtliche Rahmen gar nichts anderes hergibt", sagte Amtsleiter Burghard Baier.