Feuersbrunst in Portugal: Mit Stoßgebeten und Wasserbomben gegen das Inferno - DER SPIEGEL
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Feuersbrunst in Portugal Mit Stoßgebeten und Wasserbomben gegen das Inferno

Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes sind im portugiesischen Waldbrandgebiet im Dauereinsatz. Schon mehr als eine Million Liter Wasser haben die Deutschen über dem Inferno abgeworfen. Oft kommt die Rettung in letzter Sekunde - wie bei der Familie da Silva.
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Maria da Silva ist in Tränen aufgelöst. "Das Feuer wird uns unser Haus nehmen. Dabei haben wir so viel gearbeitet", sagt sie weinend. Schon ihr Vater habe hier gelebt. Seit Wochen hat es nicht mehr geregnet, und die anhaltend hohen Temperaturen begünstigen neue Brände. Das Waldgebiet in der portugiesischen Bergregion steht lichterloh in Flammen. Noch ist der Brand ein paar hundert Meter weit entfernt, aber das Feuer frisst sich unerbittlich weiter in Richtung des Grundstücks, auf dem das Haus der Familie da Silva steht.

Die portugiesische Regierung hat bereits am Montag voriger Woche den Katastrophenzustand ausgerufen. Eine Fläche halb so groß wie das Saarland ist bereits zu Asche geworden. An vielen Stellen sind die Brände außer Kontrolle. 3000 Feuerwehrleute sind im ganzen Land im Einsatz, um die teils kilometerlangen Flammenwände aufzuhalten. Unterstützung bekommen sie vom Bundesgrenzschutz, der mit drei Hubschraubern samt Besatzung im Krisengebiet unterwegs ist. Rund 1,5 Tonnen Wasser fasst je eine der Maschinen. Die Ladung wird dann möglichst punktgenau über dem Brand abgeworfen werden. Die Bewohner seien "heilfroh, dass wir da sind", sagt Joachim Meyer von der Fliegerstaffel Nord des Bundesgrenzschutzes. Gerade habe man drei Häuser durch eine gezielte Wasserladung vor den Flammen retten können.

Stoßgebet gegen die Flammenwand

Noch hundert Meter bis zum Haus der Familie da Silva, die Flammen nähern sich mit rasender Geschwindigkeit. Ein paar Nachbarn und fünf Feuerwehrleute kämpfen mit einem Wasserschlauch gegen das lodernde Inferno. Schwarze Rauchwolken zeigen an, dass der Brand außer Kontrolle geraten ist. Die Polizei bittet die Familie, sich in Sicherheit zu bringen, doch Maria da Silva will bleiben. "Nein", weint sie und schickt ein Stoßgebet gen Himmel. "Was wird nur aus uns?" 15 Menschen sind in Portugal bereits in den Waldbränden ums Leben gekommen.

Noch zwanzig Meter bis zum Haus, überall züngeln Flammen. Doch dann naht unerwartet Rettung aus der Luft. Ein Hubschrauber wirft eine Wasserladung genau auf der Grundstücksgrenze ab und stoppt den Brand - im letzten Moment. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Mal sehen, was wir jetzt machen", seufzt Maria da Silva. Sie hoffe, die Gefahr sei nun vorbei. Doch die Wälder sind trocken wie Zunder, und ein Feuer kann sich jederzeit wieder entfachen.