SPIEGEL TV Magazin Aufbau Ost
Aufbau Ost - Die Verschwendung von Fördermillionen geht weiter
Die Geschäftsidee könnte Synonym sein für den Aufbau Ost: "Wir machen Zukunft" war das Motto der Polyamid 2000 AG im brandenburgischen Premnitz. Teppichreste sollten hier zu Kunststoffen verarbeitet werden. Die Idee schlug fehl, ebenso wie der Aufbau Ost. Das Unternehmen meldete Insolvenz an, 80 Millionen Förder-Euro weg. Nur ein kleiner Teil der vielen Milliarden, mit denen im Osten keine Jobs, sondern Flops finanziert wurden und werden. Ob Binnenhafen ohne ausreichend Tiefgang oder Rennstrecke ohne Formel 1. Der Kreativität scheinen dabei keine Grenzen gesetzt. Neuerdings ragen Palmen aus dem märkischen Sand: Die Gewächse gehören zur Kulisse des "Tropical Island", einem riesigen Spaßbad, das ausgerechnet in der Cargolifter-Halle entsteht. Die Luftschlösser des bankrotten Zeppelin-Bauers kosteten dem Steuerzahler zig Millionen. Spiegel TV-Reporter Kerstin Mommsen und Adrian-Basil Mueller berichten.
Europas neue Grenzen - Schmuggler, Menschenhändler und eine ungewisse Zukunft
Auf den Feldern nahe der Grenze ahnt man nichts von der neuen Ära. Hier, im Osten Polens, scheint die Zeit vielerorts stehen geblieben zu sein. Doch vom 1. Mai an, mit der EU-Erweiterung, wird dies der östlichste Außenposten Europas sein - und wohl auch die am wenigsten bewachte EU-Grenze. Schmuggler, Menschenhändler oder illegale Einwanderer können sich auf gute Zeiten freuen. Denn die grüne Grenze nach Weißrussland oder zur Ukraine ist kaum gesichert. Moderne Überwachungstechnik fehlt. Und an den Kontrollpunkten mühen sich die Grenzer mit den neuen EU-Standards aus dem fernen Brüssel ab. Viele Menschen in der Region zwischen Kaliningrad und der Slowakei sehen ihrer neuen EU-Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen. Spiegel TV-Reporter Detlev Konnerth hat mit ihnen gesprochen und sich auf die Reise entlang der neuen Grenze gemacht.
"Sturz ins Leere" - Der Kampf zweier britischer Bergsteiger um Leben und Tod
"Keine Horden von Kletterern,...keine Rettungsmöglichkeiten - nur wir und die Berge" notiert Joe Simpson im Mai 1985 in sein Tagebuch. Gemeinsam mit seinem Kameraden Simon Yates ist der Brite in den peruanischen Anden unterwegs. Die jungen Männer besteigen den 6344 Meter hohen Siula Grande - der Beginn eines wohl einmaligen Bergsteigerdramas. Es geht um den alpinen Tabubruch schlechthin: Darf ein Bergsteiger den Seilpartner opfern, um sich selbst zu retten? Die Geschichte der beiden einstigen Freunde kommt jetzt in deutsche Kinos. In Großbritannien gilt das Drama bereits als erfolgreichste Dokumentation aller Zeiten. Spiegel TV-Reporterin Kerstin Mommsen hat mit Joe Simpson über damaligen Ereignisse und die Rückkehr an den Ort des beinahe tödlichen Absturzes gesprochen.
Zwischen den Fronten - Als Kriegsreporter unterwegs im Irak
Die Fernsehbilder bringen die Gewalt im Irak zur besten Sendezeit in die Wohnzimmer der Zuschauer, ob in Deutschland, Amerika, England oder Japan. TV-Journalisten, Fotografen, Kriegsreporter berichten zu Hunderten aus dem Irak. Mit Beginn des Aufstandes in Falludscha gegen die Besatzer wuchs das internationale Medien-Interesse wieder am Geschehen im Irak. Zugleich wuchs aber auch die Gefahr für Journalisten, die von den Auseinandersetzungen berichten wollten. Unter den Ausländern, die in den vergangenen Wochen von Aufständischen als Geiseln genommen wurden, waren allein sechs westliche Reporter. 15 Journalisten kamen im vergangenen Jahr im Irak ums Leben. Einsatz zwischen den Fronten: Gerd Tuschla berichtet für Spiegel TV über Kriegsreporter aus Bagdad.