SPIEGEL TV Magazin Folter im Namen der Freiheit
Folter - Im Namen der Freiheit
Offiziell hieß das, was der US-Kongress mit Verteidigungsminister Rumsfeld machte "Anhörung". Doch eigentlich waren die sechs Stunden ein Verhör der Extraklasse. Bushs Mann für die Kriege sah ziehmlich alt aus, als er erklären mußte, was nicht zu erklären ist: wie konnte es zu den Übergriffen auf Gefangene im Irak kommen. Die auf vielen Fotos aus dem Foltergefängnis Abu Ghureib verewigte US-Soldatin Lynndie England ist mitlerweile angeklagt worden. Die 21-Jährige muss sich unter anderem wegen Köperverletzung sowie Verschwörung zur Misshandlung von Gefangenen verantworten. Außerdem habe sie mit ihrem Verhalten "die Streitkräfte in Verruf gebracht". SPIEGEL TV über die neuen Erkenntnisse der Ermittler und erschreckende Aussagen der Opfer.
Der schmutzige Krieg - Exklusiv-Reportage aus dem eingeschlossenen Falluja
Als die Amerikaner Mitte April Strassensperren rund um Falluja errichteten, kamen nur noch humanitäre Hilfstransporte und Krankenwagen in die eingeschlossene Stadt. Für Journalisten galt Nachrichtensperre. Dem französischen Reporter Grégoire Deniau gelang es trotzdem über staubige Sandpisten und im Gefolge von irakischen Widerstandskämpfern in das Zentrum von Falluja vorzudringen und dort fünf Tage lang mit der Kamera zu verbringen. Seine exklusiven und erschütternden Bilder zeigen menschenleere Strassen mit Leichen auf den Bordsteinen, einen provisorisch eingerichteten Operationssaal, in dem man sich weder die Hände waschen noch Instrumente sterilisieren kann und und Krankenschwestern im Einsatz, die von Amerikanern beschossen werden. Deniau begleitete irakische Widerstandskämpfer und sprach mit dem Organisator der Kämpfer von Falluja, Imam Dafer al Obaidi.
Sensation - Bremer Schüler lösen das Maut-Problem
Seit gestern läuft, heimlich, still und leise, eine neue Erprobungsphase für das Mauterfassungssystem von Toll-Collect. Doch brauch man das eigentlich längst gescheiterte Projekt überhaupt noch? Drei Bremer Schüler haben eine preiswerte und funktionierende Alternative zum Mautsystem von Toll-Collect gefunnden. Die 18 Jahre alten Zwölftklässler eines Gymnasiums entwickelten ein "Digitales Verkehrs-Überwachungssystem" (DVÜ). Die Jungforscher bekamen dafür den Innovationspreis des Instituts für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft an der Uni Bremen und gewannen im Rahmen von "Jugend forscht" den ersten Platz.
Beobachtet, verfolgt, bedroht - Wie Stalker ihren Opfern das Leben zur Hölle machen
"Stalking" - die Hetzjagd auf die Angebetete oder den Ex-Partner trifft nach Schätzungen bis zu 500.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland. Die Opfer sind den Nachstellungen, Bedrohungen und Angriffen der Täter oftmals hilflos ausgesetzt. "Stalking" ist in Deutschland kein Straftatbestand, was die Chance der Opfer, sich juristisch gegen krankhafte oder eifersüchtige Verehrer zu wehren, nicht gerade verbessert. Auch Katrin R. aus Thüringen konnte sich nicht wehren, als ihr Ex-Freund sie Ende 2002 mit Dutzenden Messerstichen tötete. Monatelang hatte Jens W. sie zuvor terrorisiert. Dass sie ihren späteren Mörder zig mal wegen Nötigung, Bedrohung und Körperverletzung bei der Polizei anzeigte, nützte der 32jährigen nicht. Spiegel TV-Reporterin Birgit Großekathöfer berichtet über Stalking-Fälle