SPIEGEL TV Magazin: Der Fall Kaplan - DER SPIEGEL
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SPIEGEL TV Magazin Der Fall Kaplan

Der Fall Kaplan - wie der Kalif von Köln den Rechtstaat vorführt Sechzig Jahre danach - ein deutscher Kanzler zu Gast beim D-Day Der Fledermausmann - wie ein Blinder mithilfe von Schnalzlauten sehen kann Vollgas mit Pommes-Fett - warum ein Berliner Taxifahrer Speiseöl tankt
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Der Fall Kaplan - wie der Kalif von Köln den Rechtstaat vorführt

Muhammet Metin Kapaln weiß, wie man deutsche Richter vor Langeweile schützt. In den vergangenen Jahren haben sich insgesamt 23 Gerichtsverfahren mit dem Fall Kaplan beschäftigt. Elf von ihnen sind immer noch anhängig. In den Prozessen ging es unter anderem um die Asylanträge Kaplans, seiner Familie, seine verbotene politische Tätigkeit und etliche andere Punkte. Fast eine Million Euro kostete allein der Prozeß, in dem es um Kaplans Mordaufruf gegen seinen Konkurrenten Ibrahim Sofu ging. Allein die Dolmetscherkosten schlugen mit 500 000 Euro zu buche. Kaplan kassierte zwar am Ende eine Haftstrafe von vier Jahren. Die Zeche zahlt aber dennoch die deutsche Staatskasse. Denn Kaplan galt damals als Sozialhilfeempfänger und damit als zahlungsfähig. Erst seitdem herauskam, dass der Kalif von Köln das Bargeld offenbar tütenweise zuhause hortete, denkt man im Sozialamt Köln darüber nach, sich nun doch die unrechtmäßig gezahlte Sozialhilfe von Herrn Kaplan zurückzuholen. Darüber hinaus muss sich der ausgewiesene, aber noch lange nicht abgeschobene Hassprediger seit dieser Woche täglich bei der Polizei melden. SPIEGEL-TV-Reporter haben ihn dabei begleitet. Die Akte Kaplan - eine Geschichte von Versäumnissen und Verschwendungen.


Sechzig Jahre danach - ein deutscher Kanzler zu Gast beim D-Day

Die Landung der Alliierten in der Normandie war eine logistische Meisterleistung und eine gigantische Materialschlacht. Die Zahlen der eingesetzten Soldaten und Kriegsschiffe ebenso monströs, wie die Zahl der Toten. Zehntausend Soldaten starben allein am 6. Juni 1944 - dem sogenannten "D-Day". Seitdem finden an den Stränden der Normandie - so scheint es - regelmäßig neue Invasionen statt. Auch an diesem Sonntag wird es nicht anders sein. Rund zwanzigtausend Politiker, Veteranen und andere geladene Gäste werden in Nordfrankreich einfallen, um den 60. Jahrestag der Alliierten-Landung angemessen zu feiern. Für ihre Sicherheit sorgen fast ebenso viele Soldaten und Polizisten. Mit Gerhard Schröder ist erstmals auch ein deutscher Regierungschef mit dabei. Seine Entscheidung, einen Sodatenfriedhof zu besuchen, auf dem zwar auch Deutsche liegen, aber eben nicht nur, stieß im Lager der Opposition jedoch bereits auf Misstöne - der Kanzler abgestempelt zum "Anti-Patrioten". Ein freundschaftliches Shakehands mit dem amerikanischen Präsidenten würde man dagegen begrüßen. Irakkrieg-Gegner Schröder und Feldherr George Bush - auf den Schlachtfeldern des zweiten Weltkriegs friedlich vereint. SPIEGEL-TV-Reporter haben das Geschehen rund um den längsten Tag beobachtet.


Der Fledermausmann - wie ein Blinder mithilfe von Schnalzlauten sehen kann

Wenn Dan Kish spazieren geht, fällt nicht sofort auf, dass er blind ist. Vielmehr wundert man sich über die merkwürdigen Geräusche, die der 38-jährige von sich gibt. In regelmäßigen Abständen schnalzt er mit der Zunge und erkennt durch das zurückgeworfene Echo des Geräusches seine Umwelt. Problemlos wandert er so, mithilfe seiner Ohren durch Wälder, Straßen und Gebäude. Einen Baum von einem Laternenmast zu unterschieden - für Dan Kish ein Kinderspiel. Die Methode der Echo-Ortung hat er sich selbst beigebracht - als er klein war und trotz seiner Blindheit unbedingt Nachbars Garten erobern wollte. Heute unterrichtet der Amerikaner andere Blinde und arbeitet an der Erfindung einer sogenannten Hörbrille, die in Zukunft Millionen von Blinden das Sehen beibringen soll - mithilfe eines Tonsignals, dass sich an den Ultraschallwellen von Fledermäusen orientiert. In seiner Freizeit fahren Dan und seine blinden Schüler übrigens am liebsten Mountainbike und genießen die Aussicht in den kalifornischen Bergen.


Vollgas mit Pommes-Fett - warum ein Berliner Taxifahrer Speiseöl tankt

Es war die Sorge um die Umwelt, die aus Rene Günther aus Altlandsberg in der Nähe von Berlin einen ökologisch-einwandfreien Taxifahrer machte. Wenn er heute eine Pommesbude ansteuert, ist es nicht das Fast Food, das den Berliner interressiert, sondern das abgestandene Speisefett. Zum Nulltarif befreit er die dankbaren Imbissbuden-Besitzer von ihrer Altlast und trägt sie nach Hause in seinen Keller. Dort steht Günthers selbstgebastelte Zentrifuge - zusammengesetzt aus handelsüblichen Baumarkt-Zubehörteilen. Mithilfe der Zentrifuge wird aus dem ranzigen Brat-Fett wieder 1 A Speiseöl - bestens geeignet als Treibstoff für das Ökö-Taxi von Rene Günther. Der einzige Nachteil: im Innern des Wagen riecht es ein wenig nach Pommes. Fahrer und Gäste stört das nicht.