11. September Chronologie des Chaos
Chronologie des Chaos: Die Versäumnisse der
US-Sicherheitsbehörden am 11. September 2001
Die Aufnahmen der Videoüberwachung zeigen undeutlich die Gesichter der späteren Hijacker, als sie durch die Sicherheitsschleusen treten. Alarm ertönt. Die Männer, die wenig später ein Flugzeug in ihre Gewalt und zum Absturz bringen, werden kontrolliert, aber nicht gestoppt. Die jetzt veröffentlichen Bilder vom 11. September zeigen die Schlamperei am Washingtoner Flughafen. Hätten US-Geheimdienste, Regierung und Sicherheitsbehörden nicht zuvor schon versagt, wären die Terroristen womöglich gar nicht erst soweit gekommen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Untersuchungskommission des US-Kongresses. Scharf rügt das Gremium CIA, FBI, Bush- und Clinton-Regierung. Die Terror-Bedrohung sei vor dem 11. September völlig unterschätzt worden. Aber auch am Tag der Anschläge selbst, so die Kommission, hätten die Behörden versagt. SPIEGEL-TV-Reporterin Karin Assmann über die Chronologie des Chaos am 11. September.
Unwetter-Sommer 2004: Gute Zeiten für Sturmjäger in Deutschland
Er ist zu kalt, zu nass und viel zu ungemütlich. Sommer 2004 - das sind geschlossene Freibäder, leere Biergärten und jede Menge Regen. Was Urlauber, Landwirte und Sonnenanbeter auf die Palme bringt, weckt bei Dennis Oswald und seinen Mitstreitern den Jagdinstinkt. Oswald ist "Storm-Chaser", Sturmjäger. Der Hobby-Meteorologe ist auf der Suche nach dem perfekten Unwetter. Und das ist längst nicht nur in Amerika möglich, wo Tornados und Hurricanes geradezu regelmäßig wüten. Auch in Deutschland gibt es diese extremen Wettererscheinungen. In Zeiten von Digitalkameras und Fotohandys werden Windhosen und Wirbelstürme immer häufiger ins Bild gebannt. Berlin, Gießen, Duisburg, Frankfurt - in vielen Teilen der Republik stürmte es in dieser Woche. Viel zu tun für Dennis Oswald, der den Unwettern mit High-Tech auf den Leib rückt. Die SPIEGEL-TV-Reporter Sanja Hardinghaus und Udo Müller waren mit den Sturmjägern unterwegs.
Der Spurenleser: Rechtsmediziner überführt nach 20 Jahren einen Sexualmörder
Die Beamten der Mordkommission waren sich sicher, dass sie den Täter bald finden würden. Schließlich werden in Deutschland neun von zehn Morde aufgeklärt, gaben sie sich zuversichtlich am Morgen des 14. Juli 1983. In der Nacht zuvor war Karen Oehme getötet worden. Der Mord an der 25jährigen sollte jedoch zu einem der größten Rätsel in der deutschen Kriminalgeschichte werden. Erst fast 20 Jahre später konnte es von einem Mann gelüftet werden, den das Bild der vergewaltigten und erwürgten Frau im Haferfeld nie losgelassen hatte: Als junger Rechtsmediziner hatte der Münsteraner Bernd Brinkmann die Leiche der Studentin untersucht und dabei unter anderem Sperma-Spuren gesichert. Der Täter hatte seine Visitenkarte hinterlassen. Nur konnten die Ermittler diese nicht lesen. 1983 gab es die DNA-Analyse noch nicht. Doch Brinkmann ließ nicht locker. Er bewahrte die Spuren auf, übte sich in Geduld und überführte den Mörder von Karen Oehme schließlich. SPIEGEL-TV-Reporterin Amai Haukamp berichtet.