Voll bezahlt und nichts zu tun Wie die Telekom eine ganze Armee von Arbeitslosen finanziert
Voll bezahlt und nichts zu tun:
Wie die Telekom eine ganze Armee von Arbeitslosen finanziert
Bernd H. ist jeden Werktag von 8.00 bis 15.30 Uhr telefonisch erreichbar - wie es sich gehört für einen Telekom-Beamten. Allerdings hat Bernd H. nichts zu tun. Und anrufen tut auch niemand bei dem 62jährigen aus Darmstadt. H. gehört zum Heer der Telekom-Arbeitslosen. 25.000 Mitarbeiter hat das frühere Staatsunternehmen in seine Auffanggesellschaft Vivento verschoben - und damit quasi aufs Abstellgleis. Rund ein Viertel von ihnen sitzen bei voller Bezahlung zu Hause herum und warten auf eine Beschäftigung. Tausende der Luxus-Arbeitslosen gelten als nicht mehr vermittelbar. Vor Hartz IV müssen sie sich nicht fürchten. Die Beamten sind unkündbar. Einige von ihnen wurden jüngst gegen eine "Schnell-Entscheider-Pauschale" von 5000 Euro in die neuen Länder entsandt. Dort sollen sie "normalen" Langzeitarbeitslosen beim Ausfüllen der Antragsformulare helfen. SPIEGEL-TV-Reporter Felix Kasten berichtet.
Zweijähriger Junge stirbt in Pflegefamilie:
Jugendamt weist Mitschuld von sich
Simons kurzes Leben endete am 29. September vergangenen Jahres. Der Junge ertrank in der Badewanne seiner Pflegefamilie. Sein Pflegevater Roland H. hatte ihm zuvor eine Ohrfeige verpasst. Als der Junge im Wasser lag, stand der Mann tatenlos vor der Wanne. Simon wurde zwei Jahre alt. Roland H. sagte später bei der Polizei aus, einen "Blackout" gehabt zu haben. Er soll den Jungen über Wochen misshandelt haben. Mittlerweile ist der Maurer zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Simons leibliche Mutter Elke W. erhebt schwere Vorwürfe, sieht eine Mitschuld des Jugendamtes. Die Mitarbeiter der Behörde hätten ihre Aufsichts- und Sorgfaltspflicht verletzt. Die zuständigen Beamten wollen von der Aggressivität des Pflegevaters nichts bemerkt haben. Wie auch. Hausbesuche statteten sie der Pflegefamilie des Zweijährigen nicht ab. SPIEGEL-TV-Reporterin Sanja Hardinghaus berichtet.
Boombranche Schwarzarbeit:
Mit Zollfahndern auf der Jagd nach illegalen Beschäftigten
Treffen die Schätzungen der Hamburger Handelskammer zu, gibt es in der Hansestadt mehr Schwarzarbeiter als Arbeitslose. 100.000 sollen es sein. Tendenz steigend, dank Agenda 2010 und Hartz IV erscheint die illegale Beschäftigung vielen immer lukrativer. 370 Milliarden Euro werden bundesweit im Jahr illegal erwirtschaftet. Kein Wunder also, dass Eichel & Co. alles daran setzen, die Boombranche Schwarzarbeit einzudämmen. Seit Anfang des Jahres liegt die Zuständigkeit dafür beim Zoll. In Hamburg machen 110 Beamte Jagd auf Schwarzarbeiter, in Restaurantküchen, an Taxiständen oder auf Baustellen. Täglich werden die Fahnder, die bewaffnet und mit schusssicheren Westen auftreten, fündig. Dennoch ist den Schwarzarbeitkontrolleuren bewusst, dass ihr Einsatz einem Kampf gegen Windmühlen gleicht. SPIEGEL-TV-Reporter Steffen Haug war mit den Beamten unterwegs.
"Staplerfahrer Klaus" und seine Amok-Tour:
Wie ein blutiger Kurzfilm zum Kult wurde
Flurförderzeuge sind gemeinhin besser bekannt unter dem Namen Gabelstapler. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo es etwas zu heben, lagern, transportieren gibt. Dass der Umgang mit einem Flurförderzeug durchaus auch seine gefährlichen Seiten haben kann, ist der Allgemeinheit bislang möglicherweise entgangen. Doch Zahlen sprechen für sich: 17.000 Unfälle gibt es pro Jahr. Deswegen setzen Gabelstapler-Verantwortliche auf eine fundierte Ausbildung des Personals - und auf "Staplerfahrer Klaus". Hinter diesem Titel verbirgt sich ein blutiger Splattermovie, das eigentlich nie als Schulungsfilm für Flurförderzeugführer gedacht war, aber landauf, landab als solcher zum Einsatz kommt. Mit dramatischen Folgen für manchen Kursteilnehmer. SPIEGEL-TV-Reporterin Kerstin Mommsen über Gabelstapler-Lehrfilme und schwache Lageristen-Nerven.