Die süßen Verführer: Dank Alcopops steigt der Alkoholkonsum bei Jugendlichen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Die süßen Verführer Dank Alcopops steigt der Alkoholkonsum bei Jugendlichen

Weitere Themen der Sendung: Schröders Familiennachwuchs - Russische Heimkinder und der oftmals schwierige Weg zu einem Adoptivkind; Vergessen im US-Knast - Wie deutsche Behörden einen Minderjährigen im Stich ließen
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?




Die süßen Verführer:
Dank Alcopops steigt der Alkoholkonsum bei Jugendlichen


Die Spirituosen-Branche reagierte prompt auf die neue Strafsteuer für Alcopops: Statt die süßen Verführer wie bisher mit Branntwein zu mischen, mixen einige Hersteller jetzt steuerfreien Wein in die dröhnenden Limonaden. Das Mega-Geschäft mit den Ready-to-drink-Getränken wollen sich die Schnapsbrenner auf keinen Fall kaputt machen lassen. So mancher Produzent wie Marktführer Bacardi erreicht dank Breezer & Co. einen Umsatzrekord nach dem anderen. Alcopops sind in. Wer cool sein will, greift zur Limo mit Schuss. Und das tun vor allem Jugendliche, die zwischen 13 und 17 sind. Jüngste Studien zeigen, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen nach rückläufigen Jahren wieder ansteigt. Daran ändern auch die Beteuerungen der Hersteller nichts, ihre Zielgruppe seien junge Erwachsene und keinesfalls Jugendliche. Spiegel TV über coole Drinks, die abhängig machen können.


Schröders Familiennachwuchs:
Russische Heimkinder und der oftmals schwierige Weg zu einem Adoptivkind

Sie ist die derzeit wohl bekannteste Dreijährige der Republik, obwohl sie streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt wird. Ihr Name: Victoria. Adoptivtochter von Bundeskanzler Schröder und seiner Frau Doris. Das kleine Mädchen stammt aus einem Kinderheim im russischen St. Petersburg. Die Nachricht vom Schröderschen Familiennachwuchs beherrschte die Schlagzeilen der Woche und gab Anlass zu Vermutungen. Lief die Adoption bei der Kanzlerfamilie womöglich reibungsloser als bei "Ottonormalbürgern"? Auf jedes vermittelte Kind kommen in Deutschland rund 13 Adoptionswillige. Lange, mühsame Verfahren sind an der Tagesordnung, auch um ein ausländisches Kind zu adoptieren. Die Spiegel TV-Reporter Sanja Hardinghaus und Detlev Konnerth haben mit deutschen Adoptiveltern über ihre Erfahrungen gesprochen.


Vergessen im US-Knast:
Wie deutsche Behörden einen Minderjährigen im Stich ließen

Frank P., 43, aus Mannheim, Häftlingsnummer 115131, sitzt seit 28 Jahren in US-Haft. 1975 wurde der damals 15-Jährige in festgenommen. Er hatte einen Wagen gestohlen, zwang eine Autofahrerin, mit ihm zu flüchten, vergewaltigte und verletzte sie. Für die Tat wäre Frank P. in Deutschland nach Jugendstrafrecht verurteilt worden. Doch der US-Richter verurteilte ihn zu lebenslanger Haft - ohne Bewährung. In Alabama heißt das: 999 Jahre. Dreimal versucht der verzweifelte Frank P. aus dem Gefängnis zu fliehen. Wieder wird er verurteilt, wieder "lebenslänglich" ohne Bewährung. Seither schmort er in Einzelzellen verschiedener Hochsicherheits-Gefängnisse. Erst 1994, achtzehn lange Jahre später wollen deutsche Behörden von seiner Existenz erfahren haben. Sie nehmen wieder Kontakt zu Frank P. auf. Er soll wenigstens in seine Heimat überführt werden. Doch auch dieses Ansinnen misslingt im Herbst vergangenen Jahres. Karin Assmann und Steffen Haug über die Odyssee des inzwischen erwachsenen Frank P.