Ver.di-Zentrale Zu Gast beim König der Arbeitnehmer
Berlin - Nachdem das alte Quartier am noblen Potsdamer Platz aufgegeben wurde, residiert Deutschlands größte Einzelgewerkschaft nun in einer Festung aus Glas und Stahl mit Blick auf die Spree.
250.000 Mitglieder haben die Gewerkschafter im Jahr 2003verloren, das bedeutet einen Verlust von 66 Millionen Euro. Und doch konnte man sich den Neubau irgendwie leisten: Laut Bsirske kostete das Gebäude "76 Millionen Euro, die im Kostenplan auch exakt eingehalten worden sind und unterm Strich dazu führen, dass wir erheblich Mietkosten einsparen können". Natürlich handele es sich bei der Summe um Mitgliedergelder. "Was sonst?", fragt Bsirske. "In der Lotterie haben wir nicht gewonnen und die Arbeitgeber finanzieren uns kein Gebäude. Woher soll das Geld sonst kommen als aus dem eigenen Vermögen der Organisation?"
Gute Stimmung herrscht zumindest bei den Funktionären: "Im Moment mache ich eine wunderbare Erfahrung", sagt Bsirske-Stellvertreter Gerd Herzberg beim Presserundgang. "Diese Gebäude wird von den Beschäftigten angenommen. Sie sind zufrieden. Wir haben eine Stimmung unter den Beschäftigten der Bundesverwaltung, die wirklich einmalig ist."
Einmalig ist auch das Atrium: Hier soll der Ver.di-Funktionär Erholung vom Klassenkampf finden. Der Fußboden ist ein Naturstein aus einem Steinbruch in Österreich. Ein ähnlicher Stein wurde im Auswärtigen Amt verbaut.
SPIEGEL-TV-Reporter Adrian-Basil Mueller hat sich das Gebäude zeigen lassen.