Terror gegen Kinder Das Geiseldrama von Beslan
Terrorkrieg gegen Kinder -
Das Massensterben von Beslan
Hunderte blutverschmierte, halbnackte, ausgehungerte Kinder, die vor einer Horde Terroristen fliehen, daneben Tote und Schwerverletzte, die in privaten PKWs in Krankenhäuser geschafft werden und Spezialeinheiten, die Stunden brauchen, um die Lage in den Griff zu bekommen. So spielte sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit am Freitag das Finale des Terrorangriffs auf eine Schule in Nordossetien ab. Die Stadt Beslan ist zum Symbol für den internationalen Terrorismus geworden, der längst keine Grenzen mehr kennt - keine geografischen und schon gar keine moralischen. Gewalt gegen wehrlose Kinder, Mütter und Lehrer stellt selbst in der Geschichte des Terrors eine neue Dimension dar. Das wahre Ausmaß der Katastrophe ließ sich jedoch erst am Morgen nach der Erstürmung erahnen. Über dreihundert Leichen wurden bislang geborgen, die Schule fast komplett zerstört und die Hoffnung, daß die geretteten Kinder den Alptraum ihres ersten Schultages vergessen werden, gering. Anna Sadovnikova hat mit Opfern und Angehörigen über ihre Erlebnisse gesprochen.
Wenn der Zöllner zweimal klingelt -
die Schuldeneintreiber vom Dienst
Immer mehr Deutsche sind überschuldet. Die Zahl der Offenbahrungseide und Haftandrohungen erreicht ein neues Rekordhoch und vor allem im Osten verlieren die Gläubiger allmählich die Geduld. Allen voran Hans Eichel und seine notorisch klamme Staatskasse. Um das Problem mit den säumigen Kunden in den Griff zu bekommen, hat der Finanzminister seine Truppen jetzt sogar noch verstärkt. In Brandenburg machen sich neuerdings Zollbeamte als Gerichstvollzieher nützlich. Ihr Auftrag: das Eintreiben von Schulden bei der öffentlichen Hand. Für die Zwei-Mann-Teams vom Zoll ein harter Job. Denn in Brandenburg sind über 250 000 Menschen ohne Arbeit, über 75 000 leben von Sozialhilfe - Schulden hat hier fast jeder. Detelv Konnerth hat die öffentliche Hand beim Griff in die leeren Portomais begleitet.
Hartz sei Dank -
Ossis schwärmen von den guten alten DDR-Zeiten
Ein Mann namens Hartz sorgt in Ostdeutschland für eine Nostalgie-Welle der besonderen Art. Immer wenn sein Name genannt wird, verfällt der halbe Osten in eine Mischung aus kollektivem Hass und allgemeiner Schockstarre. Fast alle sind sich einig, daß die "Hartz Vier Reform" an allem Schuld ist und viele sind sogar der Meinung, daß früher alles besser war. Mit früher meinen sie die Zeit vor der Wende, als die neuen Bundesländer noch "Deutsche Demokratische Republik" hießen, die Autos noch nach Plaste rochen und die Werktätigen noch im Kollektiv tätig waren und nicht in Schlangen vor den Arbeitsämtern standen. Aus dem Gedächtnis gestrichen dagegen: die Mauer, die Stasi und der Staatsratsvorsitzende. Steffen Haug hat sich mit Montagsdemonstranten, die sich neuerdings sogar schon am Donnerstag zusammenrotten, unterhalten.
Zustechen statt Reden -
Die Zahl der Messerattacken nimmt zu
30 Messerstechereien mit Schwerverletzten oder gar Toten gab es allein in diesem Jahr in Hamburg. In der Hansestadt, so scheint es, nimmt die Gewalt vor allem unter Jugendlichen zu. Immer wieder geht es dabei um den Einsatz von Messern. Nachdem sich auf Hamburgs Amüsiermeile Reeperbahn die blutigen Attacken gehäuft hatten, forderten Politiker und Polizeivertreter ein Messerverbot für den Kiez. Die Debatte darum dauert bis heute an. Die Polizei ist machtlos. Sie darf Personen nicht präventiv kontrollieren. Ein Messer, auch verbotene Ausführungen wie Butterfly- oder Springmesser, sind kinderleicht zu beschaffen. Opfer werden kann jeder, als Auslöser fürs Zustechen reichen offenbar schon Nichtigkeiten. Die Polizei registriert vor allem bei jugendlichen Tätern eine immer geringere Hemmschwelle. Die Spiegel TV-Reporter Peter Hell und Oliver Richardt berichten.