Tondokument Wie Hitlers Stimme wirklich klang
Als fanatischer Redner ist Adolf Hitler im Gedächtnis der Generationen geblieben. Sein besonderes Talent für Demagogie hatte er schon früh durch Schauspielunterricht gefördert und im Laufe der Jahre seine Rhetorik perfektioniert. Hitlers Reden waren effektvoll inszeniert und so gelang es ihm, die Zuhörer massenhaft in seinen Bann zu schlagen.
Doch es gab auch einen Hitler jenseits von Kundgebungen und frenetischen Jubelveranstaltungen. Der normale Gesprächston des Diktators ist der Nachwelt aber kaum bekannt. Auf einem Tondokument aus dem Jahr 1942 ist der Diktator in ungezwungener Gesprächsatmosphäre zu hören. Mit Hilfe dieses Dokuments bereitete sich Hitler-Darsteller Bruno Ganz auf seine Rolle im Film "Der Untergang" vor.
Ein finnischer Radiotechniker hatte heimlich ein Männergespräch aufgezeichnet: Beängstigend harmlos, mit einer dunklen, satten Stimme, die mit der des "Reden-Hitlers" wenig gemein hat, erklärt der Diktator dem finnischen General Carl Gustav Mannerheim seine Sicht des Kriegsverlaufs. Darin bemerkt er unter anderem, dass die deutschen Panzer nicht für den Winterkrieg ausgerichtet seien. Überraschend holprig drückt er sich dabei aus.
"Unsere ganzen Waffen sind natürlich auf den Westen zugeschnitten. Und wir alle waren der Überzeugung, das war bisher, das war unsere Meinung eben, seit der ältesten Zeit. Im Winter kann man nicht Krieg führen. Und wir haben auch die deutschen Panzer, die sind nicht erprobt worden, um sie etwa für einen Winterkrieg herzurichten. Sondern man hat Probefahrten gemacht, um zu beweisen, dass man im Winter nicht Krieg führen kann." Wie zutreffend diese Einschätzung war, zeigte sich sieben Monate später: Hitlers Streitmacht wurde bei Stalingrad aufgerieben.