Die Visa-Affäre Gutgehende Schleusergeschäfte dank rot-grüner Politik
Die Visa-Affäre -
Gutgehende Schleusergeschäfte dank rot-grüner Politik
Der sogenannte "Reiseschutz-Pass" bringt Außenminister Joschka Fischer immer weiter unter Druck. Seine Erklärungen dazu klingen mehr als nebulös - "falls irgendwelche Mitarbeiter seines Hauses irgendwelche Fehler gemacht haben, so übernehme er dafür irgendwie die Verantwortung". Einen Rücktritt meint er damit jedoch nicht. Die mißglückte Verteidigungspolitik blendet den Kern des Problems nach wie vor aus: Es geht um die politische Zuständigkeit in den Jahren 1999 bis 2003, als die Visa-Vergabe in Kiew aus dem Ruder lief, Vorgängerregierung hin, spätere Korrekturen her. Über eine Million Ukrainer gelangten damals mit Reiseerlaubnissen der Deutschen Botschaft nach Deutschland. Verdient haben dabei vor allem die Schleuser, die die Reiseschutzpässe gleich stapelweise an den Mann brachten. Gegen Bares und mit Hilfe einiger bestechlicher Botschafts-Mitarbeiter. Kurz danach landeten viele der Eingereisten direkt im Rotlicht-Millieu oder als Schwarzarbeiter auf deutschen Baustellen. Sorglos reisen mit Joschka Fischer. SPIEGEL TV hat den Weg der illegalen Einwanderer mit den legalen Papieren nachgezeichnet.
Tauziehen um ein afghanisches Mädchen -
Farzanahs Schicksal zwischen Deutschland und Afghanistan
Früher war Farzanah ein glückliches Kind - heute ist sie hin und her gerissen zwischen zwei Welten. Zwischen einem Leben als Teenager in Deutschland und einem als ein Mitglied einer Großfamilie in Afghanistan. Das Schicksal der Zwölfjährigen ist ein schier unlösbares Dilemma, bei dem es mittlerweile mehr Verlierer als Gewinner gibt. Mit einer schweren Beinverletzung war Farzanah vor fünf Jahren von der Hilfsorganisation "Hammer Forum" nach Deutschland geholt worden. Die medizinische Versorgung in Afghanistan reichte damals für einen derartigen Fall nicht aus. Monatelang lag das Mädchen allein in einem deutschen Krankenhaus - ihre einzige Bezugsperson war eine Krankenschwester, die Farzanah schließlich in Pflege nahm. Eigentlich sollte Farzanah nach ihrer Gesundung wieder zu ihrer Familie nach Afghanistan reisen. Doch die Rückkehr der Zwölfjährigen, die ihre Muttersprache mittlerweile vergessen hat, scheitert an ihrem eigenen Widerstand. Damit wollen sich die leiblichen Eltern nicht abfinden. Sie wollen ihr Kind zurück. SPIEGEL-TV-Reporterin Birgit Großekathöfer berichtet.
Das Dorf der traurigen Männer -
Warum Frauen den Osten fluchtartig verlassen
Die jungen Kerle von Ahlbeck sind arm dran. In dem Dörfchen ganz weit im Osten von Mecklenburg-Vorpommern gibt es zu wenig Frauen. Vor allem jene, die im so genannten heiratsfähigen Alter sind - also zwischen 18 und 30 - fehlen. Auf drei Männer kommen gerade einmal zwei Frauen. Ahlbeck liegt im Landkreis Uecker-Randow, wo es auch nicht besser aussieht. Im Bundesvergleich ist es der Kreis mit den wenigsten Frauen im heiratsfähigen Alter. Dass die Polizei öfter zu Schlägereien gerufen wird, bei denen es um die wenigen verbliebenen Frauen geht - ist kein Wunder. Aber wo sind die ganzen Frauen hin? Die Frage beschäftigt auch die Ahlbecker Männer beim abendlichen Bier. Ihre Konkurrenten aus dem Nachbarort Eggersin haben jetzt einen Stock-Car-Club gegründet. In der Hoffnung, das weibliche Geschlecht damit anzulocken. Das Vereinsheim heißt "Standesamt". Ein Bericht von Lutz Ackermann und Birte Meier.