Zwei Quadratkilometer Mittelmeer: Monaco, der merkwürdigste Ministaat der Welt - DER SPIEGEL
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Zwei Quadratkilometer Mittelmeer Monaco, der merkwürdigste Ministaat der Welt

Weitere Themen der Sendung: Behördlich abgesegnet - Illegale, polnische Ein-Mann-Unternehmen; Das verschwundene Kind - Der rätselhafte Fall der kleinen Juliane
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Zwei Quadratkilometer Mittelmeer -
Monaco, der merkwürdigste Ministaat der Welt


Von einem einst kargen Felsen am Meer regiert die letzte absolutistische Monarchie auf Erden: Sie verwaltet einen Staat ohne Arbeitslosigkeit und mit der höchsten Millionärsdichte der Welt. Sie ist zuständig für 7000 handverlesene Monegassen und das größte existierende Cash-Geld-Depot Europas. Nirgendwo sonst liegt soviel Bargeld auf so engem Raum in sicheren Tresoren.

Zur Trauerfeier des verstorbenen Fürsten dieses 30.000-Einwohner-Ortes erschienen am Freitag mehr Staatsgäste und gekrönte Häupter als zur Hochzeit von Charles und Camilla. Kameras übertrugen den Gottesdienst live und weltweit - seit jeher schlägt der Glamour-Faktor der Prinzessinnen jeden dänischen Thronfolger und auch die Windsors. SPIEGEL-TV-Reporter haben sich den 195 Hektar großen Anachronismus "Monaco" genauer angesehen - samt seiner dunkelsten Seiten. Denn dem Grimaldi-Unternehmen sind neben Comtessen und verzwickten Amouren auch so profane Dinge wie Geldwäsche und schwarze Kassen nicht fremd.


Behördlich abgesegnet -
illegale, polnische Ein-Mann-Unternehmen

Das Prinzip ist denkbar einfach: Man gehe zur Handwerkskammer, melde ein eigenständiges Gewerbe an und schon ist man ein Unternehmer. Und als solcher darf ein Pole in Deutschland legal arbeiten und Geld verdienen. Merkwürdig nur, dass viele dieser Kleinunternehmen ausgesprochen exotische Adressen lieben: Werkstattstr. 0 zum Beispiel oder auch Kunftstr. 0.

Die Behörden geben trotzdem ihren amtlichen Segen zur Firmengründung - daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Jungunternehmer in Reisebussen vorfahren. Tatsächlich steckt oft ein ausgeklügeltes System von Briefkastenfirmen, Scheinselbstständigkeit und illegaler Arbeitnehmerüberlassung dahinter. Denn die angemeldeten Jungunternehmer arbeiten wie Angestellte zu Dumping-Stundenlöhnen auf deutschen Baustellen. Claas Meyer-Heuer, Udo Müller und Dirk Schulze berichten.


Das verschwundene Kind -
der rätselhafte Fall der kleinen Juliane

Als sie im Jahr 1993 im ostfriesischen Süderlugum von einem Tag auf den anderen verschwand, war die kleine Juliane gerade mal fünf Jahre alt. Das Kind kam am nächsten Morgen einfach nicht mehr in den Kindergarten, wurde nicht mehr zusammen mit der Mutter gesehen, und trotzdem kümmerte sich niemand um das Verschwinden des Mädchens. Die Mutter zog um - und zuständige Behörden, Erzieher und der Rest der Familie gingen dem Fall nicht weiter nach.

Erst unglaubliche acht Jahre später fiel den Behörden anlässlich einer Gerichtsverhandlung der Mutter erstmals offiziell auf, dass das Kind fehlte. Weitere sechs Monate später begann die Polizei nach dem vermutlich ermordeten Mädchen zu suchen. Polizeistaffeln durchkämmten Hunderte von Waldstücken - ohne Erfolg. Juliane wurde bis heute nicht gefunden. Sanja Hardinghaus über einen mysteriösen deutschen Kriminalfall.


Verführt und ausgenutzt im Namen Gottes -
Christliches Zentrum Esslingen

Es geht um Gott, den Teufel und um viel Geld. Das "Christliche Zentrum Esslingen" (CZE) gilt als Ort einer extremen Religionsausübung - mit sektenähnlichen Strukturen. "Ich habe in ganz Baden-Württemberg noch nichts Vergleichbares erlebt", so beschreibt Annette Kick ihren Besuch eines Gottesdienstes im CZE. Und als Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Landeskirche hat die Theologin schon viel gesehen.

Janja S. versucht seit zwei Jahren ihre Tochter Natalie aus den Fängen des CZE zu befreien. Bisher ohne Erfolg. Seit die Tochter Mitglied im CZE ist, möchte sie mit ihrer Vergangenheit und ihren Eltern nichts mehr zu tun haben. Sie hat den Kontakt abgebrochen. Für das Ehepaar S. gibt es kaum juristische Hilfe, weil in Deutschland per Grundgesetz die Religionsfreiheit gilt. Und damit sind auch Sekten geschützt.