Fischer-Fernsehen: Der Untersuchungsausschuss als mediale Bühne - DER SPIEGEL
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Fischer-Fernsehen Der Untersuchungsausschuss als mediale Bühne

Weitere Themen der Sendung: Ukrainische Zwangsprostituierte - Interviews mit Opfern; Pünktlich, fleißig, anspruchslos - Polnische Landarbeiter bei der Spargelernte; Letzte Ausfahrt Gersthofen - Dem Lkw-Wahnsinn auf der Spur; Angriff mit 100 Millionen Volt - Mega-Blitze als stärkste Waffe der Natur
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Fischer-Fernsehen -
Der Untersuchungsausschuss als mediale Bühne


Mit Demokratie, Transparenz oder Aufklärung hat das Fernseh-Spektakel rund um den Visa-Untersuchungsausschuss wohl weniger zu tun. Den Verteidigern von Rot-Grün geht es vielmehr darum, den angeschlagenen Außenminister Joschka Fischer in der leidigen Affäre auf ein medienwirksames Podest zu stellen. Eine Strategie, die schon mit dem Auftritt von Ex-Staatsminister Ludger Volmer aufgegangen zu sein scheint. Volmer legte in der live übertragenen Marathon-Vernehmung einen respektablen Auftritt hin. Möglichst höflich erklärte er möglichst unpräzise seine Sicht der Ereignisse. Nun ist es an Joschka Fischer zu erläutern, warum er die offenkundigen Mißstände in den deutschen Botschaften so lange ungelöst ließ. Dabei wird eine der fünf instalierten Live-Kameras permanent auf ihn gerichtet sein. Sollte er dabei ins Schwitzen kommen, wird es niemand sehen, denn Nahaufnahmen des Gesichtes sind verboten. In den USA ist man mit solchen Methoden schon seit Jahrzehnten vertraut. Ob Skandal oder politische Affäre - wenn die amerikanischen Volksvertreter einer Sache auf den Grund gehen, sind TV-Kameras immer dabei. Legendär die öffentlichen Anhörungen angeblicher Kommunisten vor dem McCarthy-Ausschuss oder die 320 Stunden Live-Übertragungen aus den "Watergate-Hearings". Karin Assmann, Thomas Ammann und Martin Heller über Politik vor aller Augen.


Ukrainische Zwangsprostituierte -
Interviews mit Opfern

Immer wieder ist im Zusammenhang mit der Visa-Affäre die Rede von ukrainischen Frauen, die mithilfe der sogenannten Reiseschutzpässe nach Deutschland kamen und hier zur Prostitution gezwungen wurden. Interviews mit den Betroffenen sind selten. Auch wenn es die Frauen schaffen, ihren Peinigern zu entkommen, schweigen die meisten. Entweder aus Scham vor der eigenen Familie oder aus Angst vor den gewaltätigen Zuhältern, die mit den gutgläubigen Frauen aus der Ukraine viel Geld verdienen. Die meisten Opfer kommen in der Gewißheit, in Deutschland einen Job als Haushaltshilfe oder Erntehelferin zu bekommen. Eine Illusion, die spätestens mit der Ankunft im Bordell zunichte gemacht wird. Stattdessen müssen sie nun ihre Schulden für Ticket, Visa und Aufenthalt als Prostituierte abarbeiten. Etwa 3000 Euro haben die meisten von ihnen für ihre Reise in die moderne Sklaverei bezahlt. Helmar Büchel ist es gelungen, mit mehreren Frauen über ihre Erlebnisse in Deutschland zu sprechen.


Pünktlich, fleißig, anspruchslos -
Polnische Landarbeiter bei der Spargelernte

Wenn der Tau auf den brandenburgischen Feldern dem Landstrich glitzernde Schönheit verleiht, dann kommen die Erntehelfer aufs Feld. Polnische Erntehelfer. Jeder von ihnen wird in den nächsten drei Monaten sechs Tage die Woche Spargel stechen. Spitzenkräfte verdienen mit Leistungszuschlägen etwa 1.200 Euro. Ein deutscher Arbeitsloser dagegen kommt im Monat, einschließlich Kindergeld, auf rund 900 Euro. Für die 300 Euro mehr geht natürlich keiner aufs Feld. Und so beginnt der Tag für einen Einheimischen mit anstrengendem Schlange stehen: um acht Uhr vor dem Arbeitsamt. Warum hier keiner zur Ernte geht, wird schnell klar: man hat diverse Beschwerden. Im Rücken, der Kreislauf und überhaupt ist die Plackerei nicht zumutbar. Lutz Ackermann über bücken, graben, stechen auf Brandenburger Feldern.


Letzte Ausfahrt Gersthofen -
Dem Lkw-Wahnsinn auf der Spur

Alois Eidenschink ist Lkw-Fahrer und sieht aus wie Wolfgang Petri. Nur singen kann er nicht. Dafür aber benutzt er sehr gerne Worte wie "Hölle" und "Wahnsinn". Denn was er auf deutschen Landstraßen abseits der mautpflichtigen Autobahnen erlebt, ist mit beiden Begriffen so ziemlich treffend beschrieben: Zu Tausenden schieben sich 20-Tonner durch kleine Dörfer. Dörfer, die das Pech haben, an einer Parallelstraße zur Autobahn zu liegen. Doch auch auf den Autobahnen regiert das Chaos. So umgehen immer mehr Brummifahrer das Sonntagsfahrverbot indem sie sich - irgendwoher - Sondergenehmigungen besorgen, mit denen man auch an Lkw-freien Tagen kreuz und quer durchs Land rauschen kann. Detlev Konnerth ist mitgefahren.


Angriff mit 100 Millionen Volt -
Mega-Blitze als stärkste Waffe der Natur

Sie sind der Alptraum eines jeden Piloten: Blitze, die in 4000 Metern Höhe in ein Flugzeug einschlagen. Letztes Jahr traf es einen Airbus A 310 der türkischen Fluggesellschaft "Turkish Airlines". Nach einem Blitzschlag mußte die Maschine mit schweren Schäden und 181 Passagieren an Bord notlanden. Trotzdem hatten die Urlauber in diesem Fall noch Glück, denn mittlerweile ist sich die Wissenschaft sicher, daß es Blitze gibt, die sechsmal stärker sind, als jedes Passagierflugzeug es aushalten könnte. Die Rede ist von sogenannten "Mega-Blitzen", einer nur selten erforschten Form von Lichteinschlägen, tausendmal größer als alle bisher bekannten Blitze. Während normale Blitze aus den Wolken abwärts feuern, laufen diese Riesenblitze aufwärts - teilweise bis zu 80 Kilometer hoch. Kaum einer der Blitze, die in die Erde einschlagen, ist länger als drei Kilometer. Steffen Haug über eine neue spektakuläre Entdeckung, die die Ursache für einige rätselhafte Flugzeugabstürze sein könnte.