Bunte Tage in Berlin: Die Bundesrepublik im Umbruch - DER SPIEGEL
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Bunte Tage in Berlin Die Bundesrepublik im Umbruch

Weitere Themen der Sendung: 700 Beamte für die Natur - Deutschlands größte Umweltbehörde befindet sich in Hamburg; Altnazi-Treffen in Büchen - Waffen-SS-Veteranen zelebrieren 55-jähriges Jubiläum
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Bunte Tage in Berlin - Die Bundesrepublik im Umbruch

Seit vergangenem Sonntag, 18.28 Uhr, ist die Republik nicht mehr die selbe. Kanzler Schröder hat - nach dem Wahldebakel in NRW - Neuwahlen versprochen. Seither rotiert das politische Berlin. Zwar ist unklar, wie der Artikel 68 des Grundgesetzes ausgetrickst werden kann. Doch schon marschieren Politiker munter in den Wahlkampf: Koch kürt Merkel, die Grünen rufen "Harakiri!", Fischer will längst alles gewusst haben, Ex-Parteichef Lafontaine verlässt die SPD, Diäten-geplagte Parlamentarier drohen mit Klage, Merkel ergreift die Bibel, Scharping attackiert Schröder und Müntefering denkt über eine große Koalition nach. Bunte Tage in Berlin. Eine Wochenchronik voller Überraschungen.


700 Beamte für die Natur - Deutschlands größte Umweltbehörde befindet sich in Hamburg

Der jüngste Hamburger Coup in Sachen Umweltschutz ist knallrot und hängt an fast jeder Ecke. Es sind neue Mülleimer, versehen mit vermeintlich lustigen Sprüchen wie "Ich bin für jeden Dreck zu haben". Hamburgs Umweltsenator Michael Freytag lobt die Aktion. Umweltschutz müsse Spaß machen, so der Dienstherr von mehr als 700 Umweltbeamten. Diese Heerschar von Staatsdienern kümmert sich in der Hansestadt unter anderem um die Umwandlung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Moore, die Registrierung von Schildkröten oder auch um die Astvergabelung von Straßenbäumen. Damit aber nicht genug. Auch in den Bezirksämtern des Stadtstaates sitzen Beamte, die für die Umwelt zuständig sind. SPIEGEL-TV-Reporter Felix Kasten berichtet.


Altnazi-Treffen in Büchen - Waffen-SS-Veteranen zelebrieren 55-jähriges Jubiläum

Mehrere Hundert ehemalige Mitglieder der Waffen-SS trafen sich am Samstag in Büchen zu einem Veteranen-Treffen. Der Hamburger Landesverband gilt als sehr aktiv und unterhält eine enge Zusammenarbeit mit Neonazis und Burschenschaften. "Unsere Ehre heißt Treue": Der alte Leitspruch der 1925 gegründeten Nazi-Schutzstaffel (SS) gilt heute noch bei der HIAG, der "Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS. Während der Veranstaltung wurden vereinzelte "Sieg Heil"-Rufe vernommen, und auch ein Bundeswehrangehöriger sprach zu den Mitgliedern der umstrittenen Vereinigung. Immerhin wird dem Verein Gemeinnützigkeit gewährt. Und selbst der Hamburger Verfassungsschutz wusste nichts von dem Treffen der Nazi-Veteranen.