Kanzlerkandidatin Angela Merkel Ein Tag im Leben von Kohls Mädchen
Kanzlerkandidatin Angela Merkel - Ein Tag im Leben von Kohls Mädchen
Um kurz nach halb acht verlässt sie am Donnerstagmorgen das Haus. Ein langer Arbeitstag liegt vor der "neuen Hoffnung" der Union, vor Angela Merkel. Es wird "ihr" Tag werden - an dem Altkanzler Helmut Kohl seine Partei dazu aufruft, dieser Frau zu folgen. Vom "Ritterschlag" werden die Zeitungen am nächsten Morgen schreiben. Es ist Donnerstag, der 16. Juni, und die CDU feiert ihr 60jähriges Bestehen. Dass Angela Merkel an diesem Tag im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, ist unübersehbares Zeichen ihres Triumphes in der Partei. Sie hat es geschafft. Von der belächelten Pfarrerstochter aus dem Osten, von Kohls Mädchen ganz hinauf bis an die Spitze. Und demnächst dann vom Schiffbauerdamm ins Kanzleramt. Die SPIEGEL-TV-Reporter Adrian-Basil Mueller und Hendrik Vöhringer berichten.
Kampf ums Denkmal - Warum in Leipzig ein Baudenkmal der Abrissbirne zum Opfer fiel
Aufgebrachte Leipziger fühlen sich an die Zeit Walter Ulbrichts erinnert. Mit den Worten "Das Ding muss weg!" besiegelte der für seine Abrisswut berüchtigte DDR-Staatsratsvorsitzende 1968 das Ende der Paulinerkirche in der Stadt. Jetzt sorgen die Stadtoberen um Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee wieder für einen umstrittenen Abriss. Es geht um die "Kleine Funkenburg", einen spätklassizistischen Bau am Rande der Leipziger City. Seit dem 17. Mai steht das Biedermeier-Gebäude nicht mehr. Es musste weichen, einer S-Bahnstation und den stadtplanerischen Träumen der Rathaus-Oberen. Trotz aller Proteste ließ sich OB Tiefensee nicht von dem Projekt abbringen. Immerhin, bei der Finanzierung des Abrisses sind die Kommunalpolitiker auf der sicheren Seite: Der Bund zahlt aus dem Olympia-Fördertopf. SPIEGEL-TV-Reporter Adrian-Basil Mueller berichtet.
Notstand Kind - Behörden im Kampf gegen überforderte Eltern
Als die uniformierten Kräfte anrücken, schlummern die "Zielpersonen" noch im Bett. Die Einsätze des Kölner Ordnungsamtes im Stadtteil Mühlheim gelten nicht Kriminellen, sondern Kindern. Die Beamten sind auf der Suche nach Patrizia. Die 13jährige ist notorische Schulschwänzerin, eines von rund einer halben Million Kindern, die regelmäßig den Unterricht verweigern. Schulschwänzen - nur ein Symptom für die Vernachlässigung von Kindern in Deutschland. Wo Eltern überfordert oder Unwillens sind, greift der Staat ein - ob in Uniform in Köln oder mit städtischen "Super-Nannys" wie etwa in Siegen. Staatliche Fürsorge statt intaktem Elternhaus. Familienhelfer als Nachhilfelehrer in Sachen Erziehung. Wenn die Beamten des Berliner LKA 125 ausrücken, geht es längst nicht mehr um Erziehungsfragen. "Delikte an Schutzbefohlenen" klären die Polizisten auf. Allein im vergangenen Jahr waren das nur in Berlin 550 Fälle. Die SPIEGEL-TV-Reporter Lutz Ackermann, Francis Moosavi und Eggert Schröder berichten.
SPIEGEL TV Exklusiv - Bestechungsfall an deutscher Botschaft
Nach Informationen von SPIEGEL TV Magazin soll es an der deutschen Botschaft in Nigeria zu Bestechungen kommen. In den Fall soll das Personal einer von der Botschaft beauftragten Sicherheitsfirma der Botschaftsaußenstelle in Lagos verwickelt sein. Nigerianer, die Reiseformalitäten erledigen wollen, müssen demnach Bestechungsgelder zahlen, um in die Botschaft zu gelangen. Angeblich geht es um Summen von jeweils bis zu mehreren tausend Euro. Den Informationen nach, die SPIEGEL TV vorliegen, sollen Antragsteller auch für das Ausstellen von Visa-Papieren für Deutschland Schmiergelder gezahlt haben. Das Auswärtige Amt wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Erst in dieser Woche hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass der Untersuchungsausschuss im Zusammenhang mit der Visa-Affäre in der deutschen Botschaft in Kiew fortgesetzt werden muss. SPIEGEL-TV-Reporter Peter Hell berichtet.
Megaspektakel für echte Kerle - Nascar-Rennen in Amerika
Welches Spektakel lockt mehr Zuschauer an als Baseball, Super Bowl oder Basketball? Nascar - die US-Variante des Tourenwagenrennens. Die Amerikaner, vor allem die weißen, sind verrückt nach dem PS-Spektakel. Vor ausverkauften Rängen und einem TV-Millionenpublikum liefern sich die Piloten an 36 Wochen im Jahr Asphaltduelle. Bis zu 600 Meilen gilt es zurückzulegen, immer im Kreis, inklusive Steilkurven. Zu Karambolagen kommt es deutlich öfter als etwa in der Formel 1. Die Stars der Nascar-Szene werden von ihren Fans wie Helden gefeiert. Am vergangenen Wochenende war es mal wieder in Long Pond, Pennsylvania, soweit: 43 Fahrer gingen beim "Pocono 500"-Rennen an den Start. Die Strecke gilt als eine der schnellsten der Nascar-Serie. SPIEGEL-TV-Reporterin Karin Assmann berichtet vom "Pocono 500", einer Mischung aus Woodstock und Ballermann.