Kanzler ohne Vertrauen: Der mühsame Weg zur Neuwahl - DER SPIEGEL
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Kanzler ohne Vertrauen Der mühsame Weg zur Neuwahl

Weitere Themen der Sendung: Die gekreuzigte Nonne - Teufelsaustreibung in Rumänien; Deep Impact vor 2500 Jahren - Kometeneinschlag in Bayern; Vom Muttersöhnchen zum Ghetto-Kid - Je böser der Rapper, desto größer der Umsatz
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Kanzler ohne Vertrauen - Der mühsame Weg zur Neuwahl

Der zweite Akt im Berliner Polit-Drama ist planmäßig über die Bühne gegangen. Gerhard Schröder hat seine Rolle als Hauptdarsteller gut gespielt, Koalitionspartner Fischer überzeugte durch kämpferische Dialektik und Angela Merkel erhielt vor allem für ihre Versprecher standing ovations. Es waren die kleinen Fehler, die dem Schauspiel die besondere Note gaben. Angie, die von "einer Koalition zwischen CDU/CSU und der SPD" sprach und von der "Handlungsfähigkeit der amtierenden Regierung" schwärmte, obwohl in ihrem Redemanuskript das Gegenteil stand. Doch auch Laiendarsteller Franz Müntefering vergriff sich absichtlich oder unabsichtlich in der Wortwahl, als er verkündete "natürlich habe der Kanzler die Mehrheit im Hohen Haus". Eine rätselhafte Aussage, sollte die Vertrauensfrage doch dazu dienen, die Regierungsunfähigkiet der rot-grünen Koalition zu beweisen. Insofern hatte der Grünen-Abgeordnete Werner Schulz schon recht: etwas Fingierteres und Konstruierteres als das durch Mißtrauen ausgedrückte Vertrauen war im Deutschen Bundestag lange nicht mehr zu erleben. Adrian-Basil Müller, Hendrik Vöhringer und Oliver Richardt über eine Politik, der das Vertrauen fehlt.


Die gekreuzigte Nonne - Teufelsaustreibung in Rumänien

Die Geschichte könnte Vorlage für einen Horrorfilm sein und doch hat sie sich genauso abgespielt. Vor zwei Wochen starb in einem rumänischen Kloster eine Nonne an den Folgen einer brutalen Teufelsaustreibung. Der Abt des Klosters und drei Ordensschwestern hatten die 23-jährige Irina an ein Holzkreuz gekettet und mit einem Handtuch geknebelt. Nach drei Tagen am Kreuz, in denen sie nichts zu essen oder zu trinken bekam, starb die junge Frau. Der orthodoxe Klosterprior und seine Glaubensschwestern befinden sich mittlerweile in Haft. In einem ersten Verhör erklärte der Hauptverdächtige ungerührt, "dass es Gottes Wille war, daß Irina starb". Die rumänisch-orthodoxe Kirche erlaubt Teufelsaustreibungen und sieht dafür präzise Rituale vor. Sie werden öffentlich während besonderer Gottesdienste durchgeführt. Insbesondere in der ländlichen Bevölkerung ist der Glaube an den Teufel in Menschengestalt oder unheilbringende Vampire noch immer allgegenwärtig. Detlev Konnerth hat sich die Gegend zwischen Walachei und Mittelalter angesehen.


Deep Impact vor 2500 Jahren - Kometeneinschlag in Bayern

Am vierten Juli will die amerikanische Raumfahrtbehörde erstmals einen Kometen im All beschießen. Sein Name ist "Tempel Eins" und er ist ungefähr so groß wie Manhattan. Etwas kleiner, aber immer noch ziemlich groß dürfte der Komet gewesen sein, der offenbar vor 2500 Jahren auf Kollisionskurs mit der bayrischen Provinz ging. Heimat-Forscher Werner Mayer jedenfalls ist sich sicher, dass damals in der Gegend zwischen Chiemsee und Altötting unvorstellbare Dinge stattfanden. Beweise dafür hat er gleich tonnenweise. Denn Hobby-Archäologen stießen in der Region auf ein paar auffällige Gesteinsbrocken. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die besondere Struktur der Steine nur durch extreme Hitze entstanden sein konnte. Temperaturen, wie sie etwa bei einer Aufprall-Explosion durch einen Kometen entstehen. Für Astronomen bedeutet dies eine Sensation, denn obwohl die Forschung bereits kleinere Meteroiten-Einschläge beobachten konnte, gibt es weltweit keinen einzigen nachgewiesenen Kometen-Impact. Der bayerische Feuerball wäre der erste. Andreas Dieste über den großen Knall am Chiemsee.


Vom Muttersöhnchen zum Ghetto-Kid - Je böser der Rapper, desto größer der Umsatz

Sie machen auf dicke Hose, fahren fette Autos, haben heiße Bräute und singen Lieder, die ausschließlich unterhalb der Gürtellinie stattfinden. Die neue deutsche Rapper-Welle hat alle Grenzen überwunden, vor allem die des guten Geschmacks. Frauenfeindlich, rassistisch und gewaltverherrlichend - in den den Texten von Skandal-Rappern, wie "Sido" oder "Bass Sultan Hengzt" wird kein Tabu mehr ausgespart. Das hat auch Deutschlands oberste Sittenwächterin, Monika Griefhahn, auf den Plan gerufen. Sie fordert eine Indizierung der krassesten Songs. Die Musikindustrie hält davon wenig, denn mittlerweile hat auch der letzte Plattenproduzent begriffen, dass sich mit dem Böse-Buben-Image das meiste Geld verdienen lässt. Da ist es auch egal, wenn sich hinter der Underdog-Fassade ein ganz biederes Bürschchen verbirgt. Viele der angeblichen Gangster-Rapper waren in ihrem früheren Leben nämlich ganz liebe Jungs. Birte Meier über jugendgefährdende Jugendlichen.