Schwerpunktsendung New Orleans versinkt im Chaos
Erst der Untergang und dann die Anarchie - New Orleans versinkt im Chaos
"Wir gehen davon aus, dass Tausende tot sind", erklärte die Senatorin von Louisiana Mary Landrieu gestern in Baton Rouge. Damit wäre der Hurrikan "Katrina" die schwerste Naturkatastrophe in den USA seit dem Erdbeben von San Francisco im Jahr 1906. Doch genauso schlimm wie die Not der Menschen ist mittlerweile die Wut über die zögerlichen Hilfsmaßnahmen ihrer Regierung. Fünf Tage nach dem Einbrechen der Wassermassen sind noch immer tausende in der überschwemmten Stadt New Orleans eingeschlossen. Von den schätzungsweise 300.000 Bewohnern wurden bisher nur etwa 3000 evakuiert. Der Rest wartet - umgeben von Leichen, Schwerkranken und amoklaufenden Plünderern - darauf, dass die Nationalgarde endlich flächendeckend zum Einsatz kommt. Besonders verheerend ist die Situation in der nahezu vollständig zerstörten Stadt Biloxi. Abgesehen von einer kurzen Stippvisite durch Präsident George Bush sind die Menschen dort weitgehend auf sich allein gestellt. Kaum ein Gebäude steht noch, viele Geschäfte wurden ausgeraubt, Wasser und Nahrung sind knapp und in den Häusern verwesen die Toten.
Die versunkene Supermacht - SPIEGEL TV-Reporter Oliver Richardt und Dirk Schulze waren in New Orleans und Biloxi unterwegs.