Keine Macht für niemand Das politische Berlin nach der Chaos-Wahl
Keine Macht für niemand - Das politische Berlin nach der Chaos-Wahl
In dieser Woche schien im politischen Berlin zwischen Jamaika, Ampel-Koalition und Schwarz-Rotem-Bündnis alles möglich - oder eben auch nichts. Die Bundestagswahl, die laut Kanzler Schröder klare politische Verhältnisse liefern sollte, brachte nichts. Seit vergangenem Sonntagabend schwebt über der Republik ein riesiges Fragezeichen, einem Damoklesschwert gleich. Eine Situation, wie es sie so noch nie gab in der bundesdeutschen Geschichte. So vertrackt, dass selbst Buchmacher nicht darauf wetten würden, was am Ende herauskommt. Während Joschka Fischer schon einmal ankündigt, der harten Oppositionsbank die Freiheit vorzuziehen, beanspruchen Schröder und Merkel den Kanzlersessel jeweils für sich. SPIEGEL-TV-Reporter Detlev Konnerth über eine ungewöhnliche Woche in Berlin.
Erst "Katrina", dann "Rita" - Die Supermacht auf der Flucht
Am Freitag unterbrachen amerikanische TV-Stationen ihr Programm und schalteten live nach New Orleans, wo die Vorboten des Hurrikans "Rita" schlimmste Befürchtungen wahr werden ließen. Allein die Regenausläufer des Sturms hatten ausgereicht, einen Damm auf mehreren Metern Länge brechen zu lassen. Binnen kurzer Zeit liefen die Straßen im "Ninth Ward" wieder voll Wasser. Der Stadtteil war bereits von den Überflutungen durch den Hurrikan "Katrina" am schlimmsten betroffen. Innerhalb eines Monats erlebt der Süden der USA zwei Naturkatastrophen ungeahnten Ausmaßes. Während die Menschen allmählich wieder ins geflutete New Orleans zurückkehrten, zwang Wirbelsturm "Rita" sie und Millionen weitere zur Flucht. Für US-Präsident Bush und die zuständigen Behörden könnte "Rita" zur zweiten Chance werden. Das katastrophale Krisenmanagement bei "Katrina" hatte Bush viel Kritik eingebracht. Jetzt, so der Präsident Ende der Woche, sei man auf das schlimmste vorbereitet. SPIEGEL-TV-Reporter Karin Assmann, Oliver Richardt und Dirk Schulze berichten.
Die Wellen schlagen hoch - Muslimischer Badespaß in Hannover
Eigentlich ist es schön, wenn Frauen in Deutschland baden gehen können, ohne dass Männer sie dabei stören. Zahlreiche Schwimmbäder bieten deshalb mittlerweile rein weibliche Badezeiten an. Doch in Hannover schlagen die Wellen bei dem Thema höher als anderswo. Die Begeisterung, die der Badetag vor allem bei Musliminnen hervorgerufen hat, brachte bei vielen anderen Gästen das Fass zum Überlaufen. Insbesondere Männer sind über die Einschränkungen empört. Ein Vater, der bislang mit seiner behinderten Tochter gemeinsam schwimmen ging, klagt jetzt sogar vor Gericht. Für Hannovers Integrationsbeauftragte, Arzu Altag, unverständlich. Sie sagt, "eine Einwanderergesellschaft muss es sich leisten können, jeder Bevölkerungsgruppe den Zugang zum öffentliches Leben zu ermöglichen". Dass sich hinter dem öffentlichen Leben ein abgedunkeltes Schwimmbad mit Security-Bewachung versteckt, sagt sie nicht. SPIEGEL-TV-Reporterin Sanja Hardinghaus hat sich die Integrationsmaßnahmen vom Beckenrand aus angesehen.
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