Der kleine Unterschied Mann und Frau im Vergleichstest
Frauen können nicht einparken, Männer reden zu wenig über Gefühle - Was ist dran am Klischee vom kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau? Die Frage dürfte fast so alt sein wie die Menschheit selbst. Klar ist: Vieles davon sind Vorurteile, manches erklärbar. Etwa mit Hilfe der Evolutionsforschung. Zu Urzeiten mussten die Kerle die Sippe schützen und versorgen. Reden war da zweitrangig. Das Frauengehirn dagegen ist auf Kommunikation ausgerichtet. Hirnforscher können den Unterschied der Geschlechter heutzutage sichtbar machen. Marktforscher und Werbung machen sich diese Erkenntnisse längst zunutze, kreieren Produkte und Verkaufsstrategien zugeschnitten auf die jeweiligen Bedürfnisse. Dass Verständigungsprobleme zwischen Mann und Frau allerdings auf absehbare Zeit überwunden werden, ist fraglich. Die australischen Sachbuch-Autoren Allan und Barbara Pease bringen es auf den Punkt: "Beziehungsstress ist daraufhin zurückzuführen, dass Männer und Frauen fälschlicherweise glauben, sie seien gleich". Die SPIEGEL-TV-Reporter Steffen Haug und Ralph Quinke berichten.
Hartz IV außer Kontrolle - Wie die Arbeitsmarktreform zum Selbstbedienungsladen wurde
Sie sollte die Arbeitslosenquote senken, die Sozialverwaltung einfacher und die Betreuung von Jobsuchenden besser machen: Die Hartz-IV-Reform. Von all dem ist, ein knappes Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes, nichts zu sehen. Die große Arbeitsmarktreform der Nochregierung ist außer Kontrolle geraten. 26 statt geplanter 14 Milliarden Euro wird der Staat in diesem Jahr allein für das neu geschaffene Arbeitslosengeld II ausgeben müssen. Auch weil das Gesetz geradezu zum Missbrauch einlädt. So wurde die Zahl Bedürftiger nicht wie beabsichtigt verringert, sondern stieg mit Hartz IV um Hunderttausende an. Plötzlich nutzen Jugendliche das ALG II, um auf Staatskosten zu Hause auszuziehen, Liebespaare sind nur noch Wohngemeinschaften und Freiberufler rechnen sich an die Schwelle zum Existenzminimum herunter. Die neuen Jobcenter haben keine Zeit, Missbrauchsfälle aufzudecken. Sie sind viel zu sehr damit beschäftigt, das alltägliche Antragschaos zu bewältigen. Die SPIEGEL-TV-Reporter Felix Kasten und Dirk Schulze berichten.
Liebe kennt keine Grenzen - Wenn der Ehering den Weg nach Deutschland freimachen soll
Khomais K. sagt, er versteht die deutschen Behörden nicht. Warum können die seine Liebe nicht akzeptieren, fragt der Tunesier aus dem Badeort Sousse. K. ist verheiratet, seit drei Jahren. Ein richtiges Eheleben führt der 27jährige allerdings nicht. Denn in die Heimat seiner Frau Eugenie G. darf der junge Mann nicht reisen. Er erhält kein Visum. Aus gutem Grund, so das Berliner Verwaltungsgericht. Die Richter sehen in der Beziehung zwischen Khomais K. und der Deutschen Eugenie G. einen besonders krassen Fall von Scheinehe. Immerhin beträgt der Altersunterschied zwischen beiden 57 Jahre. Dies und weitere Indizien ließen die Richter an der großen Liebesgeschichte zweifeln. Diese ist kein Einzelfall. Allein in Berlin werden jedes Jahr nach Schätzungen rund 500 Scheinehen geschlossen, Tendenz steigend. Die SPIEGEL-TV-Reporter Peter Hell und Oliver Richardt berichten.
Hochstapler narrt High-Society - Wie ein moderner Felix Krull auf der Kö richtig zulangte
Der feine Herr ließ sich gern mit "Durchlaucht" ansprechen, trug edlen Zwirn, dinierte in teuren Restaurants und machte aus seiner angeblich adligen Herkunft keinen Hehl. Dem "Fürst zu Sayn-Wittgenstein zu Berleburg" gelang es innerhalb kurzer Zeit, Einlass in die feine Düsseldorfer Gesellschaft zu bekommen. Das kostet natürlich. Kein Problem für den 21jährigen. In Nobelhotels, Bankhäusern und Edelboutiquen reichte sein vermeintlich guter Name, um Kredit zu erhalten. Mehrere Monate lebte der "Fürst" in Saus und Braus, bis die Handschellen der Polizei klickten. Der "Blaublütige" - ein moderner Felix Krull mit einschlägigen Vorstrafen. Demnächst wird seine "Durchlaucht" wohl wieder mit bürgerlichem Namen angeredet: vor Gericht. SPIEGEL-TV-Reporter Udo Müller berichtet.