Hamburg: Die verwahrlosten Kinder von Wilhelmsburg - DER SPIEGEL
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Hamburg Die verwahrlosten Kinder von Wilhelmsburg

Weitere Themen der Sendung: Paris - Reportage aus den brennenden Vorstädten; Bayern - Neo-Nazi-Konzert unter Polizeischutz; Amazonas - unterwegs mit der Umwelt-Patrouille
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Hamburg - die verwahrlosten Kinder von Wilhelmsburg

Kein halbes Jahr ist es her, dass der Fall der verhungerten Jessica bundesweit Schlagzeilen machte. Und während in dieser Woche die Eltern des verhungerten Mädchens in Hamburg vor Gericht stehen, gibt es in der Hansestadt gleich mehrere neue Fälle von verwahrlosten und vergessenen Kindern. Im Stadtteil Wilhelmsburg rettete die Polizei zwei Kleinkinder aus der elterlichen Wohnung. Wie bei Jessica waren die 2 und 4 Jahre alten Kinder in einem abgedunkelten Zimmer untergebracht.

Wenige Tage später holen Rettungskräfte weitere Kinder aus erschreckend viel Müll einer Wohnung im Stadtteil Veddel. Bleibt die Frage, ob dies alles noch reiner Zufall ist - oder die tragische Konsequenz eines lange bekannten Missstands bei den sozialen Diensten der Stadt? In vielen Fällen hatten die zuständigen Behörden zumindest teilweise Kenntnis über "schwierige Familienverhältnisse".

Sozialarbeiter berichten zudem gegenüber SPIEGEL TV von einer permanenten Überlastung im Bereich der Familienhilfe. Andreas Dieste und Udo Müller berichten.


Paris - Reportage aus den brennenden Vorstädten

Trotz verhängter Ausgangssperre und kurzfristig anberaumtem Versammlungsverbot für die Stadt Paris - die Revolte in den französischen Vorstädten geht weiter. Das Freundschaftsspiel Deutschland gegen Frankreich im "Stade de France" nördlich der betroffenen "Banlieue" Saint Denis findet unter beispiellosem Polizeischutz statt. Im gesamten Stadtgebiet von Paris patrouillieren Polizei und Kräfte der CRS-Truppe.

SPIEGEL-TV-Reporter haben sich in den betroffenen Vierteln umgesehen und mit Jugendlichen, die nicht vorhaben, ihren Kampf aufzugeben, gesprochen. Ihre Eltern wurden noch gebraucht in Frankreich: Sie hatten Arbeit, wurden anerkannt und waren weit besser integriert als die in Frankreich geborene zweite und dritte Generation der Einwandererfamilien. Der Alltag dieser Jugendlichen ist ebenso langweilig wie trist: sie hängen an Bahnhöfen ab, dealen mit Drogen und Waffen, und wenn sie Glück haben, gibt es in ihrem Viertel eine der zahlreichen Vorstadt-Rapper-Gruppen. Die hatten in ihren Texten die jetzige Revolte schon lange vorhergesagt.


Bayern - Neo-Nazi-Konzert unter Polizeischutz

Die NPD hat ein Konzert mit der verbotenen Organisation "Blood and Honour" veranstaltet. Das geht aus Informationen hervor, die SPIEGEL TV vorliegen. Auch der Münchner NPD-Bundestagskandidat Norman Bordin war an der Organisation des Konzerts beteiligt.

Auf der Veranstaltung im bayerischen Mitterskirchen im Oktober dieses Jahres waren mehrere Skinhead-Bands aufgetreten. Angemeldet hatte das Konzert die NPD Eggenfelden. Die Bands spielten auch verbotene Lieder der Neonazi-Band "Landser" nach, in denen öffentlich zu Straftaten aufgefordert wird - Zitat: "Millionen Tote, tapfere Soldaten und die zwei Schweine sind am Leben. Volk ans Gewehr gegen Reemtsma und Heer."

Der beim Konzert anwesende Bayerische Staatsschutz hatte die Veranstaltung mit 400 Teilnehmern trotzdem nicht vorzeitig beendet. SPIEGEL TV liegt Videomaterial von dem Konzert vor.


Amazonas - unterwegs mit der Umwelt-Patrouille

Es ist die letzte große Wildnis: das Amazonas-Tiefland in Brasilien. Bis an den Horizont erstreckt sich Regenwald. Mehr als die Hälfte aller Tierarten dieser Erde kommen nur hier vor. Und viele sind noch unerforscht. Mittendrin, an der Nordgrenze Brasiliens, liegt das größte tropische Regenwald-Schutzgebiet der Welt - der Tumucumaque-Nationalpark.

Seine Grenze ist eintausendsiebenhundert Kilometer lang, seine Fläche so groß wie Holland. Und der Chef des Mega-Parks kommt aus Deutschland. Christoph Jaster ist in Cochem an der Mosel geboren. Im Auftrag der brasilianischen Umweltbehörde soll er das Paradies schützen. Jeder Trip in den unberührten Nationalpark ist ein Risiko. Flüsse mit gefährlichen Stromschnellen und haushohen Wasserfällen sind die einzigen Verkehrswege, Straßen gibt es nicht.

SPIEGEL-TV-Reporter Steffen Haug hat Christoph Jaster bei einer Expedition in den Tumucumaque-Park begleitet.