Es war nicht alles schlecht: Sieben Jahre Kanzlerschaft mit Gerhard Schröder - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Es war nicht alles schlecht Sieben Jahre Kanzlerschaft mit Gerhard Schröder

Weitere Themen der Sendung: Die dicken Kinder von Niedersachsen - Fitness-Pisa-Schock an deutschen Schulen; Lärmkanonen gegen Piraten - Akustikwaffen auf Kreuzfahrtschiffen; Aus 72 Metern Tiefe geborgen - US-Bomber im österreichischen Traunsee entdeckt; Pimp my Whatever - Tuning als Jugendmode
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?




Es war nicht alles schlecht - Sieben Jahre Kanzlerschaft mit Gerhard Schröder

Als Kanzler Kohl abdankte und das Bonner Kanzleramt verlassen hatte, begann mit der Ära Rot-Grün auch eine neue Zeit. Kulturell-ästhetisch gesehen. Hing bei Kohls Kanzleramtschef Anton Pfeiffer noch ein röhrender Hirsch überm Schreibtisch, zeigte der neue Hausherr gleich wo es lang ging: Blickfang in Schröders Büro ein zerzauster Adler im freien Fall. Baselitz statt Pfälzer Barock. Dabei, so seine Kritiker, traf Schröder den Zeitgeist nicht immer. Das böse Wort vom Spaß-Kanzler machte die Runde, als Brioni-Kanzler geriet er sogar in Verruf. Völlig zu Unrecht, wollte Hobbyfußballer "Acker" Schröder doch nur den Oggersheimer-Mief aus der erstarrten Republik fegen. Eine Art Nachruf von Detlev Konnerth.


Die dicken Kinder von Niedersachsen - Fitness-Pisa-Schock an deutschen Schulen

Nirgendwo ist die Unsportlichkeit der nachwachsenden Generation so gut dokumentiert wie in Niedersachsen. In einer sogenannten "Fitness-Landkarte" soll sich in Zukunft der körperliche Zustand jedes Schülers ablesen lassen. Ein jährlicher Test an allen niedersächsischen Schulen liefert die Grundlage. Ermittelt wird unter anderem, wie schnell die Kinder laufen, wie gut sie einen Ball werfen oder wie hoch sie aus dem Stand springen können. Die Sportlehrer geben die Ergebnisse ins Internet ein, wo sie landesweit ausgewertet werden. Niedersachsens Kultusminister äußerte schon jetzt die Sorge, dass "es nach dem Pisa-Schock wohl bald auch einen Fitness-Schock geben werde". Denn schon jetzt ist klar, dass in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind. Eine Zahl, die in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen ist. Ursache für die deutsche Dickleibigkeit ist ein Mangel an Bewegung. Eine ganze Generation wächst vor dem Bildschirm auf: egal ob Computer, Fernsehen oder Gameboy - die Jugend sitzt fest. Die Folgen lassen sich in etlichen Reha-Einrichtungen für Adipöse, Kochkursen für Dicke und Diät-Kliniken beobachten. Übergröße in Kinderschuhen - ein Film von Andreas Dieste.


Lärmkanonen gegen Piraten - Akustikwaffen auf Kreuzfahrtschiffen

Damit hatten die Angreifer wohl nicht gerechnet. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm schlug der Kapitän der "Seabourne Spirit" letzte Woche eine Bande von Piraten in die Flucht. Abgeschossen wurden die Krachmacher durch eine sogenannte Akkustikwaffe - der letzte Schrei in der internationalen Waffenindustrie. Mittlerweile sind viele Kreuzfahrtschiffe mit dem "Longe Range Acoustic Device System" (LRAD) ausgestattet. Ursprünglich eine Erfindung für das US-Militär, doch mittlerweile auch im Kampf mit Seeräubern sehr effektiv. LRAD kann sowohl Lautsprecherdurchsagen, wie auch hochfrequente akustische Signale über mehrere hundert Meter Entfernung absetzen. Der schrille Ton, der zielgerichtet mit bis zu 150 Dezibel gesendet werden kann, ist äußerst schmerzhaft und kann zu ernsthaften Hörschäden führen. Oliver Richardt und Peter Hell haben sich das "nicht-tödliche" Waffensystem näher angesehen.


Aus 72 Metern Tiefe geborgen - US-Bomber im österreichischen Traunsee entdeckt

Es ist der 8. Mai 1945 - der letzte Tag des zweiten Weltkrieges - als sich eine Staffel amerikanischer Jagdflugzeuge auf dem Weg zu einem Sondereinsatz macht. Die Maschinen vom Typ P47-Thunderbolt sollen ein abgelegenes Kriegsgefangenenlager in Österreich überfliegen. Doch für einen der beteiligten Piloten endet der Tag mit einer Katastrophe. Nach einem riskanten Flugmanöver stürzt der 23-jährige Henry Mohr mit seiner Maschine in den österreichischen Traunsee. In letzter Sekunde wird er gerettet, doch sein Flugzeug sinkt auf den Grund des Sees. Über sechzig Jahre lang liegt es dort. Solange, bis ein abenteuerlustiger Bergungsunternehmer namens Falch auf die Idee kommt, das Wrack zu heben. In einer monatelangen und sehr komplizierten Aktion gelingt es ihm und seinem Team schließlich die Maschine, von der es weltweit nur noch acht flugfähige Exemplare gibt, an Land zu holen. Eine Sensation, nicht nur in Schatzsucherkreisen. Kai Siering hat die Aktion von Anfang an begleitet.


Pimp my Whatever - Tuning als Jugendmode

Wasserkühlung, Klimaanlage, Lederausstattung und Fernbedienung. Was wie die Extraausstattung für ein Mittelklasseauto klingt, ist in Wirklichkeit das Zubehör für Computergehäuse. Beim sogenannten "Casemodding" geht es nämlich darum, dem Einheitsbrei der grauen Computer ein Ende zubereiten. Immer mehr Jugendliche tunen sich ihren Rechner so individuell wie möglich. Da wird auch schon mal eine Festplatte in einen Teddybär oder in einen Alien eingebaut. Unter dem Begriff "Pimpen", was so viel heißt, wie möglichst auffällig aufmotzen, wird inzwischen alles verschönert, vergrößert und verchromt was der graue Alltag so hergibt. Ein "Pimp" ist eigentlich ein Zuhälter, so verwundert es auch nicht, dass die aufpolierten Bikes aus dem Hamburger Fahrradladen "Elbcaost Psycles" inzwischen aussehen wie die Autos von Halbweltgrößen. Über heiße Pedale und blinkende Diskettenlaufwerke. Ein Film von Dirk Schulze und Adrian-Basil Mueller.