Gammelfleisch: Rekonstruktion eines Lebensmittelskandals - DER SPIEGEL
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Gammelfleisch Rekonstruktion eines Lebensmittelskandals

Weitere Themen der Sendung: Das "System Merkel" - Die erste Kanzlerinnenwoche; Rechte Gefangenenhilfe - Neo-Nazi-Propaganda im Knast; "Es werde Licht" - Die Sonnenfänger von Rattenberg; Glaubenskrieg im Klassenzimmer - Bibeltreue Amerikaner stellen die Evolution in Frage
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Gammelfleisch - Rekonstruktion eines Lebensmittelskandals

Zunächst sah es noch nach Einzelfällen aus. Spätestens seit Mitte der Woche aber steht fest: falsch deklariertes, verdorbenes und verschimmeltes Fleisch füllt in ganz Deutschland Lagerhäuser von Fleischlieferbetrieben. Über 200 Tonnen vergammeltes Fleisch wurden bisher sichergestellt, über 50 Betriebe sind betroffen. Darunter auch solche in idyllischen kleinen Ortschaften wie Tettnang am Bodensee, wo man am Freitag 2,5 Tonnen umetikettierte Fleisch- und Wurstwaren fand.

Der Lebensmittelskandal ist nicht geographisch begrenzt - die verstärkten Kontrollen fördern flächendeckend einen kriminellen Umgang mit der frischen Ware zu Tage. Die Tatsache, dass dahinter weder eine Fleischmafia noch ein übergreifendes Netzwerk steckt, macht das Ausmaß des Skandals umso bedenklicher.

Sanja Hardinghaus, Kathrin Krause und Georg Heil berichten über die Funde der Woche und die Hintermänner des Etikettenschwindels.


Das "System Merkel" - Die erste Kanzlerinnenwoche

"Sie ist jetzt Deutschland" - und endlich an der Macht. Die Republik erlebte die erste Kanzlerinnenwoche. Doch die historischen ersten Amtstage begannen erstaunlich sachlich und profan. Wehte 1998 ein neuer Geist durch vermuffte Bonner Kanzleramtsflure und kamen begnadete Selbstdarsteller an die Macht, ist jetzt Bescheidenheit angesagt.

Frau Dr. Merkel selbst spricht von gelungenen ersten Arbeitstagen und rauschte relativ geräuschlos aber effektiv nach Paris, Brüssel, London und wieder zurück nach Berlin.

Detlev Konnerth hat den mächtigsten weiblichen Regierungschef der Welt in dieser Woche beobachtet.


Rechte Gefangenenhilfe - Neo-Nazi-Propaganda im Knast

Die mit knapp 600 Mitgliedern größte deutsche Neonazi-Organisation HNG ist nur wenigen bekannt. Die Abkürzung steht für "Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene" und hinter ihr verbirgt sich nichts Gutes. Ob Polizistenmörder, Bombenanschlagsplaner oder Kriegsverbrecher; sie alle werden von der rechten Truppe während ihrer Haftzeit in Gefängnissen betreut.

Für Neo-Nazi-Aktivisten ist der Verein eine Art Versicherung für den Ernstfall, garantiert er doch eine ideologisch korrekte Betreuung nach einer begangenen Straftat. In den Gefängnissen behindert die Propaganda-Arbeit der HNG massiv die Resozialisierung der rechtsextremistischen Täter.

SPIEGEL TV hat bei HNG-Mitgliedern und Sympathisanten recherchiert - darunter einer der Brandstifter von Solingen, Kameradschaftsführer sowie der Vereinsvorsitzende der Organisation. Eine Reportage über den braunen Sumpf in deutschen Knästen.


"Es werde Licht" - Die Sonnenfänger von Rattenberg

Der Ort ist malerisch, mittelalterlich und äußerst gut erhalten. Es gibt nur ein Problem: im Winter erreicht ihn die Sonne nicht. Das führte bisher bei den Dörflern zu Schwermut und übermäßigem Konsum des tröstenden Winterbock-Biers.

Jetzt aber gibt es Hoffnung für Rattenberg: mit Hilfe eines ausgetüftelten Spiegel-Systems will eine Firma wieder die Sonne in Rattenbergs Gassen bringen und den Berg überlisten, der den Ort für Monate in tiefes Dunkel tauchte.

Adrian Basil Müller über ein äußerst einleuchtendes Experiment.


Glaubenskrieg im Klassenzimmer - Bibeltreue Amerikaner stellen die Evolution in Frage

Lange Zeit hielt man auch in den USA die Theorie des gewaltigen Urknalls, der vor Milliarden von Jahren Leben auf den Planeten Erde brachte, für unumstößlich und wissenschaftlich erwiesen.

Dann aber kamen die bibeltreuen Anhänger der Schöpfungstheorie und stellten kurzerhand die Evolution in Frage. Ihre Idee vom Anfang der Welt geht auf das so genannte "Intelligent Design" und damit auf die weniger gottlose Lehre der Schöpfungsgeschichte zurück. 64 Prozent aller Amerikaner wollen diese Lehre auch an Schulen einführen. In der Gemeinde Dover zogen nun besorgte Eltern gegen den Vormarsch der Glaubenskrieger vor Gericht.

Karin Assmann berichtet über den erstaunlichen Erfolg der neuen Missionare.