Verhandlungen mit dem Terror Das Geiseldrama um Susanne Osthoff
Verhandlungen mit dem Terror -
das Geiseldrama um Susanne Osthoff
Glaubt man den offiziellen Angaben, so gibt es auch eine Woche nach der Entführung der Deutschen Susanne Osthoff noch keinen Kontakt zu den Entführern. Ebenso unklar erscheint bislang deren Identität. Die Spekulationen gehen von schwerkrimininellen Erpressern, denen es lediglich ums Lösegeld geht bis hin zu politisch motivierten Tätern. Denkbar ist, dass es sich um eine Gruppe handelt, die sich dem Terrorchef al-Sarkawi zurechne, aber autonom operiere. Wer auch immer hinter der Entführung steckt, die Bundesregierung hat - zumindest offiziell - betont, dass sie nicht bereit sei, sich in irgendwelcher Art und Weise erpressen zu lassen. Unterdessen haben sich die Mutter und Schwester der verschleppten Deutschen in einer dramatischen Videobotschaft an die Entführer gewendet. Das Band wurde auf al-Dschasira ausgestrahlt.
Wenn Menschen zur Beute werden - Steffen Haug und Peter Hell über das Schicksal von Susanne Osthoff und anderen Geiseln.
Kampf um die sündige Meile -
gibt es bald einen neuen Paten von St. Pauli?
Die Polizei hat einen schweren Schlag gegen die Hamburger Rotlicht-Szene gelandet. Bei zwei Razzien im Juli und im November dieses Jahres wurden mehr als zwanzig Männer aus dem Milieu festgenommen. Allesamt Mitglieder der so genannten "Hamburger Jungs" - nach Einschätzung der Ermittler die größte kriminelle Vereinigung deutscher Zuhälter auf dem Kiez. Am kommenden Montag beginnt der Prozess gegen einen Teil der Beschuldigten. Auf der Reeperbahn wartet man unterdessen ab, ob der mutmaßliche Anführer der Gruppe, Carsten M., sein Imperium aus dem Knast heraus verteidigen kann. Oder ob bald wieder unruhige Zeiten mit Machtkämpfen und Morden anbrechen.
Oliver Richardt und Dirk Schulze haben sich umgehört.
Essen um jeden Preis -
warum unsere Nahrung immer billiger wird
Anne Krüger hat einen großen Hof mit vielen Schafen. Auf dem "Degener Hof" haben es die Tiere gut. Entsprechend bekömmlich ist ihr Fleisch. Trotzdem klagt die Schäferin aus Leidenschaft über die Unlust des Verbrauchers, der trotz ihrer schmackhaften Angebote, lieber zum Billigfleisch aus der Supermarkttruhe greift. Egal ob BSE, Geflügelpest oder Gammelfleisch - nichts konnte den deutschen Konsumenten bislang davon abhalten, weiterhin die günstigen Produkte zu kaufen. Gute heimische Produkte haben es in Deutschland nach wie vor schwer. Der Bürger isst, was er ist. Und der Bürger ist kostenorientiert bis hin zur Geschmacklosigkeit. Geiz ist geil - ein Slogan, der auch aus der Küche nicht mehr weg zu denken ist.
Andreas Dieste und Lutz Ackermann über ein Volk aus Kostverächtern.