Die vermeidbare Katastrophe: Hintergründe zum Eishallen-Unglück - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Die vermeidbare Katastrophe Hintergründe zum Eishallen-Unglück

Weitere Themen der Sendung: Der Bagdad-Sniper - "Juba" und seine Tötungsvideos; Die vergessene Katastrophe - Bericht aus der Erdbebenregion im Kaschmir; Doretta, die Schröders und Frau Merkel – Aus dem Leben einer Gans
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?




Die vermeidbare Katastrophe - Hintergründe zum Eishallen-Unglück

Die 15-jährige Eugenie hat überlebt. Ihre beste Freundin Violetta (15) musste sterben. Der Zufall entschied innerhalb von Sekunden, wer am Montag in der Eislaufhalle von Bad Reichenhall weiterleben und wer von der herabstürzenden Decke erschlagen wurde. Als um 16.37 Uhr der Katastrophenalarm ausgelöst wird, war es für fünfzehn Menschen längst zu spät. Eine Woche später scheint klar zu sein, dass bereits im Vorfeld geschlampt wurde. So erklärt der Traunsteiner Prüfingenieur Walthari Fuchs gegenüber SPIEGEL TV, dass in der Holzkonstruktion der Deckenträger "an mindestens fünf der 20 Bruchstellen die Leimverbindungen vollständig abgelöst" waren. Eine erstaunliche Entdeckung, hatte doch noch ein paar Tage zuvor Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier vor der Presse erklärt, es gäbe keine Mängel. Der OB zitierte sogar aus einem Gutachten: "Die Tragkonstruktion, sowohl die Holzkonstruktion als auch die Stahlbetonkonstruktion befinden sich in einem allgemein als gut zu bezeichnenden Zustand." Die damalige Überprüfung habe lediglich Wasserflecken an der Holzkonstruktion festgestellt, die auf Unregelmäßigkeiten in der Entwässerung des Dachs zurückgeführt worden seien, sagte Heitmeier und fügte an: "Dies hat weder auf die Qualität noch auf die Tragfähigkeit des Tragwerkes Einfluss." Möglicherweise ein folgenschwerer Irrtum.

Anna Sadownikowa, Lutz Ackermann, Felix Kasten und Hendrik Vöhringer haben die vergangene Woche in Bad Reichenhall dokumentiert. Felix Kasten ließ sich von Architekten und Statikern die besondere Bauweise der Eislaufhalle erklären.


Der Bagdad-Sniper - "Juba" und seine Tötungsvideos

Er schießt fast immer mit tödlicher Präzision und wenn die amerikanischen Soldaten ihn hören, ist es schon zu spät. Angeblich brachte er schon über 150-mal den Tod: ein Scharfschütze mit dem Spitznamen "Juba". Im Internet kursieren Propagandavideos mit seinen Taten aus dem Hinterhalt. Sogar ein Trainingsfilm existiert. Doch ob es wirklich immer ein und derselbe Schütze ist, der seine Taten von einem Videofilmer dokumentieren lässt, scheint zweifelhaft. Denn vor ein paar Monaten überlebte der US-Soldat Stephen Tschiderer (22) einen Anschlag. "Als ich getroffen wurde, dachte ich, ich sei tot", so Tschiderer im Interview mit SPIEGEL TV. Zwar riss ihn der Schuss zu Boden, doch Tschiderer und seine Einheit können den Sniper und seinen Kompagnon festnehmen. Die Täter saßen in einem silbernen Van, hinten mit einem Loch versehen, durch das geschossen werden konnte. Außerdem hatte eine fest installiert Videokamera den Vorfall dokumentiert.

Karin Assmann und Peter Hell mit einer exklusiven Geschichte aus einem Land im Krieg.


Die vergessene Katastrophe - Bericht aus der Erdbebenregion im Kaschmir

Es ist nicht das erste Mal, dass die Hilfsorganisation "Luftfahrt ohne Grenzen" (LoG) Hunderte Tonnen Hilfsgüter in ein Krisengebiet fliegt. In der vom Tsunami zerstörten Region um Banda Aceh war sie mehrmals und auch im Kaschmir engagiert sie sich jetzt.

Als die ersten Meldungen über die drohende humanitäre Katastrophe im Norden Pakistans kamen, war schnell klar, dass auch die LoG unter Leitung ihres Präsidenten Ulf Merbold helfen muss. Mit Spendengeldern charterte sie eine Boing 747 und packte sie mit Babynahrung, kleinen Gasöfen, Zelten und anderen Hilfsgütern voll. Eine Woche dauerte die beschwerliche Reise in eine andere Welt. Temperaturen von Minus 15 Grad Celsius, Regen und Schnee machen den Kampf ums Überleben auch zu einem Kampf gegen die Zeit.

SPIEGEL-TV-Reporter Detlev Konnerth hat die privaten Helfer begleitet.


Doretta, die Schröders und Frau Merkel - Aus dem Leben einer Gans

Eigentlich ist die Gans ein Ganter und damit geht das ganze schon mal ziemlich verwirrend los. Der Einfachheit halber belassen wir es aber bei der Gans mit Namen Doretta. Die wurde einst vom Boulevard als Gans im Glück gefeiert, weil der (Achtung! Wortspiel!) Ganzler sie vor fünf Jahren begnadigte. Stieftochter Klara hatte gegen Dorettas Ende als Weihnachts-Braten ihr Veto eingelegt. Fortan alimentierten die Schröders die Gans mit einem privaten Aufbau-Ost-Verrechnungscheck und das Federvieh hatte ein sorgenfreies Hartz-IV-Leben auf einem Bauernhof in Brandenburg. Alles gut, wenn da nicht die verlorene Wahl wäre. Prompt fühlen sich die Schröders für den Aufbau Ost nicht mehr zuständig und die Gans ist nur noch ein ganz armes Schwein. Jetzt soll Frau Merkel helfen. Sie ist ja schließlich auch aus dem Osten, kennte die Sorgen und Nöte der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.

SPIEGEL-TV-Reporter Andreas Dieste hat mit den Schröders, der Gans und Frau Merkel gesprochen.