Farbiger Junge von Rechten verprügelt Ein Dorf schaut weg
Farbiger Junge von Rechten verprügelt - und ein Dorf schaut weg
Niemand hat etwas gesehen und wenn nach zwei Tagen nicht die Presse Wind davon bekommen hätte, dann würde auch heute noch keiner von ihm reden. Dem 12-jährigen Jungen, äthiopischer Abstammung, der auf dem Heimweg mitten in Pömmelte verprügelt, gequält und gedemütigt wurde. Doch jetzt weiß die halbe Republik, dass in dem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt etwas nicht stimmt. Denn nach und nach kommt heraus, dass die Täter ihr Opfer schon einmal bedroht hatten. Offenbar ohne Konsequenzen. Weder für das Opfer, noch für die Täter. Jetzt ist man in Pömmelte empört: Über die Berichterstattung, den Generalverdacht und über vieles anderes. Nur über den kleinen Jungen, der das Pech hatte, am Montagabend fünf rechten Schlägern zu begegnen, redet immer noch keiner.
Ein Land, zwei Hauptstädte - Warum zwischen Bonn und Berlin Millionen versickern
Der Blick aus dem Fenster des Bonner Gesundheitsministerium erscheint wenig glanzvoll: Baracken, Baustellen, Bauschutt. Die Ministerin stört das nicht, schließlich ist sie selten da. Denn der Hauptsitz von Ulla Schmidts Behörde liegt in Berlin. Was nicht heißt, dass man sich nicht auch in Bonn häuslich einrichten kann. Und so entsteht bis 2007 für schlappe 28 Millionen Euro ein gigantischer Neubau für alle Bonner Gesundheits-Beamten. Es ist nicht die einzige Behörde, die in der alten Hauptstadt neue Zeichen setzt. Auch in das ehemalige Bonner Kanzleramt ist nach einer 50-millionenschweren Renovierung gerade erst Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul eingezogen. Sechs Ministerien haben ihren Hauptsitz in Bonn, alle anderen verfügen zumindest über Zweitsitze und als wäre das noch nicht genug, gibt es vor Ort auch noch 20 so genannte Oberbehörden. Insgesamt sind es über 18.000 Mitarbeiter, die Bonn in den vergangenen Jahren einen regen Boom beschert haben. Und damit das auch so bleibt, soll die doppelte Hauptstadt jetzt auch noch im Grundgesetz verankert werden. Im "Begleittext" des neuen Artikels 22 heißt es, dass das "Bonn-Berlin-Gesetz" zur Teilung der Ministerien auch in Zukunft bestehen bleiben soll. Oliver Richardt und Dirk Schulze über den teuren Luxus zweier Regierungssitze.
Oligarchen im Kaufrausch - Moskaus neue Kaviar-Society
Sechsunddreißig Milliardäre leben in der russischen Hauptstadt. Mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Dazu kommen weitere 88.000 Millionäre im ganzen Land. Auch das ein Rekord. Im ehemaligen Sowjetreich ist ein Club der Superreichen entstanden mit astronomischen Summen auf unzähligen In -und Auslandskonten. Verdient wird das Geld mit Öl-, Bergbau- oder Bankgeschäften und verprasst wird es in diversen Luxusboutiquen, Edelclubs und Automobilsalons. In Moskau zeigt man, was man hat - ein bisschen schamlos aber in jedem Fall mit stolzgeschwellter Brust. So muss das russische Volk - das selbst am Rande des Existenzminimums lebt - feststellen, dass es Menschen gibt, die in hotelgroßen Privathäusern residieren, taubeneigroße Diamanten tragen und in jedem Arm zwei Supermodels halten. Anna Sadovnikova hatte die Gelegenheit hinter die Kulissen der Moskauer High Society zu blicken.
Betrug bei Internet-Auktionen - Wie dubiose Händler eBay-Konten kapern und Kunden reinlegen
Die Angebote sind verlockend: Edelhandys beispielsweise gleich im Dutzend zum Schnäppchenpreis. Ohne Probleme kann man bei Internet-Auktionen auf derartige Offerten stoßen. Bei vielen dieser Angebote handelt es sich um Betrug. Der Käufer sieht weder etwas von der Ware noch von seinem Geld. Der neueste Trick der Falschhändler: Sie kapern die Accounts seriöser Anbieter, bieten dort ihre vermeintlichen Produkte an und zocken so ahnungslose Kunden ab. IT-Experten schätzen, dass durch diese Art von Falschhandel Schäden in Millionenhöhe entstehen. Die Hintermänner dieses Betruges operieren offenbar europaweit. Seriöse Verkäufer, deren Accounts missbraucht werden, erfahren von dem Falschhandel oftmals erst, wenn sie plötzlich wegen Betrugs angezeigt werden. Die SPIEGEL-TV-Reporter Adrian-Basil Mueller und Udo Müller berichten.