Sparen bis kein Arzt mehr kommt: Chaos im Gesundheitswesen - DER SPIEGEL
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Sparen bis kein Arzt mehr kommt Chaos im Gesundheitswesen

Weitere Themen der Sendung: Fremd in der neuen Heimat - Junge Ausländer zwischen Allah und Moderne; "Tommy the Clown" - Vom Gangster zum Hip-Hop-Star; Neue Särge braucht das Land - Geschäftsidee aus Pappe
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Sparen bis kein Arzt mehr kommt -
Chaos im Gesundheitswesen


Alle Jahre wieder, so hat man den Eindruck, alarmieren Marburger Bund und Bundesärztekammer ein ganzes Land. Von einer "ruinösen Gesundheitspolitik" ist die Rede, von drohenden Pleiten und wütenden Doktoren. Dabei sind die Horrorszenarien so neu nicht. "Arme Münchner Ärzte - jeder sechste braucht Nebenjobs", diese Schlagzeile polarisierte schon vor 15 Jahren. Mitte der Neunziger dann drohte laut "Welt" 300 Hamburger Ärzten der Konkurs. Und auch vor fünf Jahren wollten die Mediziner mit einer Aktionswoche in Berlin die Patienten gegen die zuständige Ministerin auf die Barrikaden bringen. Doch irgendwie scheint alles nichts genutzt zu haben.

In der letzten Woche gingen allein in der Hauptstadt 20.000 Ärzte auf die Straße und kämpfen gegen angeblich drohende "ärztefreie Zonen". Ganz so schlimm wird es wohl nicht werden. Fakt ist aber, dass an deutschen Krankenhäusern mehr Überstunden geleistet werden als je zuvor. Und das bei immer weniger Lohn.

Kerstin Mommsen hat einen Kinderarzt an der renommierten Berliner Charité begleitet und ist der Frage nachgegangen, was schief läuft im deutschen Gesundheitswesen.


Fremd in der neuen Heimat -
Junge Ausländer zwischen Allah und Moderne

Sie sind hier geboren und sie gehen hier zur Schule. Sie finden hier ihre erste Liebe und ihren ersten Job. Aber es ist nicht ihr Land. Eine ganze Generation so genannter "Jugendlicher nichtdeutscher Muttersprache" in Berlin, scheint keine Lust mehr zu haben, an einer Gesellschaft zu partizipieren, die sie sich nicht ausgesucht hat. Ihre Eltern und Großeltern kamen zwar vor Jahren nach Deutschland, doch integriert haben sie sich nie. Und so ist auch die Enkelgeneration auf dem besten Weg, sich zu ghettoisieren. Mit fatalen Folgen: die Kriminalitätszahlen steigen und die schlechten Schulabschlüsse sorgen für eine prozentual höhere Arbeitslosigkeit.

Birte Meier war mehrere Wochen in Kreuzberg und Neukölln unterwegs und hat mit den jungen Ausländern gesprochen.


"Tommy the Clown" -
vom Gangster zum Hip-Hop-Star

"Krumpen ist ein Weg, mit dem inneren Aufruhr und der Verzweiflung klarzukommen, die du als Heranwachsender im Ghetto erlebst." Wer krumpt, soll auf der Tanzfläche kämpfen, nicht auf der Straße - das hofft jedenfalls der Begründer, "Tommy the Clown". 1992 fing Tommy an, in den Ghettos von LA als tanzender Hip-Hop-Clown bei Festen und Umzügen aufzutreten. Tommy war damals Anfang zwanzig und hatte als Drogendealer schon längere Zeit im Gefängnis gesessen. Aber mit seiner Clownnummer begann ein neues Leben. Wie ein Rattenfänger zog er die Kinder an. Sie ahmten seinen Tanzstil nach, und nach ein paar Jahren bezog Tommy eine Crew von Nachwuchs-Clownern in seine Auftritte ein. Und er kümmerte sich um sie, wenn sie Probleme hatten. Ein Bericht von Oliver Richardt


Neue Särge braucht das Land -
Geschäftsidee aus Pappe

Jetzt neu: Der Sarg zum Selberfalten. Seit diesem Monat wird er erstmals in Deutschland produziert. Das innovative Produkt ist eine kostengünstige Variante zum Modell in Eiche rustikal. Die Särge aus Braunschweig bestehen aus 2 Zentimeter dicker Wellpappe. Sie sind mit Folie ausgekleidet, wiegen 16 Kilogramm und halten bis zu 150 Kilogramm Gewicht aus. Noch gibt es das Modell nur für die Feuerbestattung, ein Modell für Erdbestattungen ist in Planung. Entwickler Nico Böttcher sagt: "Meine Pappsärge sind in drei Minuten zusammenzufalten." Doch ist die Beerdigung und Einäscherung in Pappe derzeit nicht in ganz Deutschland möglich. Die Entscheidung liegt bei der Friedhofsverwaltung oder beim Krematorium. Birte Meier berichtet.