Wann wird der Esel zum Pferd?: Der deutsche Mehrwertsteuerwahn - DER SPIEGEL
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Wann wird der Esel zum Pferd? Der deutsche Mehrwertsteuerwahn

Weitere Themen der Sendung: CSI Düsseldorf - Der virtuelle Tatort; Biete Ronaldinho, tausche Kahn - Die Tausch-WM der Fußballsticker; Angriff mit der Lichthupe - Härtere Strafen gegen Drängler
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Wann wird der Esel zum Pferd? - der deutsche Mehrwertsteuerwahn

Es ist bereits beschlossene Sache. Ab Januar nächsten Jahres soll der normale Mehrwertsteuersatz von 16 auf 19 Prozent steigen. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für "besonders förderungswürdige Güter und Dienstleistungen" bleibt dagegen bestehen. Und genau da fängt es an kompliziert zu werden. Denn was macht eine Ware "förderungswürdig" und was nicht? Warum wird beispielsweise ein Pferd mit sieben Prozent besteuert und ein Esel mit 16? Und warum wird ein Maultier, das im Falle einer Paarung der beiden Rassen heraus käme, wieder nur mit sieben Prozent veranschlagt. Ähnlich kryptisch sind die Unterschiede im Gewürz-Regal. Bei sauber getrennten Gewürzen wie Majoran und Thymian gewährt der Fiskus den Steuernachlass. Wird das Ganze jedoch zusammengeschüttet und als "Kräuter der Provence" verkauft, sind 16 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Für einen scheinbaren Durchblick in der unübersichtlichen Materie sorgt - wie könnte es anders sein - ein ganzes Heer von Zoll- und Finanzbeamten.

Birte Meier über Maultiere, Zebras und Bürokratenhengste.


CSI Düsseldorf - der virtuelle Tatort

Am frühen Morgen des 1. Dezember 2005 wird die Feuerwehr zu einem Brand im nordrhein-westfälischen Bentfeld gerufen. In den Überresten des abgebrannten Hauses werden kurze Zeit später zwei Leichen entdeckt. Eine 44-jährige Frau und ihr 37 Jahre alter Ehemann, Militaria-Händler, denen ihr Beruf offenbar zum Verhängnis wurde. Um den Tätern möglichst schnell auf die Spur zu kommen, wenden die Ermittler in diesem Fall eine ganz neue Methode an. Im Landeskriminalamt in Düsseldorf wird der komplette Tatort des Verbrechens genau vermessen und digital rekonstruiert. Auf diese Weise können die Fahnder den Ablauf des Doppelmordes exakt nachstellen. Und das, obwohl der Schauplatz der Tat durch das Feuer beinahe komplett zerstört wurde. Die digitale Tatort-Rekonstruktion ist jedoch nur eine von zahlreichen modernen Strategien in der Verbrechensbekämpfung. Schussbahnen lassen sich mittlerweile genau berechnen, Blutspritzer geben Auskunft, von wo das Opfer getroffen wurde und wenn darüber hinaus noch Fragen offen sind, können die in einer so genannten "virtuellen Autopsie" beantwortet werden.

Steffen Haug über eine ganz neue Welt der Täterjagd.


Biete Ronaldinho, tausche Kahn - die Tausch-WM der Fußballsticker

Bei den Kickern der E-Jugend des Bahrenfelder Sportvereins gibt es zur Zeit nur noch eine Trefferzahl, die wichtig ist. Wer hat die meisten Abziehbilder in seinem WM-Stickeralbum? Unter den minderjährigen Fußballfans ist ein Tauschrausch ausgebrochen, der seinesgleichen sucht und der auch vor Erwachsenen nicht Halt macht. In einer Currywurst-Bude im Hamburger Schanzenviertel wurden Werber, Bäcker und Schlachter dabei beobachtet, wie sie sich jeden Mittwoch treffen, um sich gegenseitig die Aufkleber abzujagen. Geld scheint bei der glühenden Sammelleidenschaft keine Rolle mehr zu spielen und Logik auch nicht. Schließlich fällt es schon auf, dass einige WM-Mannschaften partout nicht voll zu kriegen sind. Die Hersteller der Fußball-Sticker - der italienische "Panini"-Verlag - versichert jedoch, dass alles mit rechten Dingen zu geht. 70 Millionen Tüten hat das Unternehmen bereits in den deutschen Handel geliefert. Bei fünf Bildern pro Tütchen sind das 350 Millionen Bildchen und eine Umsatzsteigerung von über 50 Prozent. Nur in Italien und Mexiko läuft das Geschäft noch besser.

Andreas Dieste und Maja Brandl über fanatische Sammler und die Frage: Wo ist Jens Lehmann?


Angriff mit der Lichthupe - härtere Strafen gegen Drängler

Mit 200 Stundenkilometern bis auf die Stoßstange auffahren. Schikanen dieser Art soll es auf deutschen Autobahnen in Zukunft nicht mehr geben, ebenso wenig wie lichthupende Drängler oder rechtsüberholende Verkehrsrowdies. Soweit der Wunsch. Um die Forderung in die Tat umzusetzen, hat sich der Gesetzgeber jetzt einen ganz neuen, verschärften Strafenkatalog einfallen lassen. Seit dem 1. Mai werden beim Unterschreiten des vorgeschriebenen Mindestabstands 150 Euro fällig und der Führerschein ist für einen Monat weg. Ganz harte Fälle von Drängelei erwartet eine Strafe von 250 Euro und drei Monate Fahrverbot.

Udo Müller und Sanja Hardinghaus waren mit Verkehrsfahndern unterwegs, um zu sehen, ob die Theorie mit der Wirklichkeit schritthalten kann.