Deutschland einig Fußballland Die Republik im WM-Taumel
Deutschland einig Fußballland - eine Republik im WM-Taumel
Selten war der Patroitismus in Deutschland so schön anzusehen, wie seit dem Start der Weltmeisterschaft. Fußballstars, Gäste aus aller Welt und das eigene Volk haben die Republik in eine nie dagewesene Begeisterung gestürzt. Entgegen allen Vorraussagen gibt es keine marodierenden Hooligans, keine Massenkrawalle nach verlorenen Spielen und auch keine Ausländerfeindlichkeit gegenüber den fremden Besuchern. Im Gegenteil: das ganze Land versinkt in guter Laune. Und das, obwohl nur ein Bruchteil der Bevölkerung Karten für die WM-Spiele bekommen hat. Stattdessen wird mitten auf der Straße, in Fan-Meilen, Schrebergärten und überall dort, wo ein Fernseher steht, hemmungslos gefeiert und mitgefiebert. Selbst Kanzlerin Merkel wurde schon bei ungewohnten Gefühlsausbrüchen beobachtet.
SPIEGEL-TV-Reporter waren in der Republik unterwegs und haben sich den Trubel rund um den Ball angesehen.
Ronaldinhos Erben - die Nachwuchskicker von Brasilien
Sie spielen von morgens bis abends Fußball - die kleinen Straßenfußballer am Fuße des Zuckerhut. Wenn Sie Glück haben, landen sie irgendwann in der Fußballschule von Jose Joao. Abseits der Copacabana trainiert der 74-jährige die Nachkommen Ronladinhos und Ronaldos. Viele seiner ehemaligen Zöglinge spielen heute in Profivereinen in Europa. Doch bis dahin ist es ein harter Weg. Die Auslese unter den brasilianischen jungen Talenten ist knallhart. Nur ein Bruchteil hat am Ende das Zeug zum echten Superstar. Doch allein der Gedanke, daß man in ein paar Fußballschuhen das Armenviertel von Rio de janero hinter sich lassen kann, ist für die Jungs Motivation genug. Karrierestart im "Flamengo-Park". Eine Reportage von Steffen Haug.
Gestorben nach sieben Messerstichen - Bluttat unter Teenagern
Es war ein vermeindlich harmloser Streit, doch er endete für die 17-jährige Nicole tödlich. Unweit einer Karlsruher Fußgängerzone wurde die Schülerin von einer 16-jährigen niedergestochen. Siebenmal soll die Täterin zugestochen haben. Zeugen berichten, daß es vorher eine Rangelei gegeben habe. Mehr nicht. Das genaue Motiv ist auch über zwei Wochen nach der Tat unklar. Es soll um ein bißchen Geld gegangen sein und darum, daß das eine Mädchen angeblich schlecht über das andere geredet hätte. Anfangs spricht die Polizei noch versuchtem Mord, mittlerweile ermittelt die Justiz wegen Mordes. Die mutmaßlich Täterin - eine unauffällige Schülerin, deren Familie aus Kasachstan stammt, soll gegenüber der Polizei ausgesagt haben, daß sie während der Tat "außer sich gewesen sei". Warum bleibt rätselhaft. Am vergangenen Freitag wurde das Opfer beerdigt. Anna Sadovnikova über einen verhängnisvollen Tag im Leben von zwei Schülerinnen.