Abmarsch in den Kongo: Bundeswehr-Eingreiftruppen landen in Kinshasa - DER SPIEGEL
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Abmarsch in den Kongo Bundeswehr-Eingreiftruppen landen in Kinshasa

Weitere Themen der Sendung: Al-Qaida in Kiel – Der Terrorhelfer Redouane E. H.; WM-Rasen in Stücken – Quelle verkauft Erinnerungsstücke in Acryl; Wo ist „Gonzo"? – Gänsegeier-Alarm über Norddeutschland
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Abmarsch in den Kongo – Bundeswehr-Eingreiftruppen landen in Kinshasa

Die Verlegung des deutschen Hauptkontingents für die EU-Eingreiftruppe in der Demokratischen Republik Kongo hat begonnen. 60 Soldaten, darunter Sanitäter und Angehörige des Führungsstabes, bestiegen in Köln ein Flugzeug nach Gabun; ein weiteres Flugzeug startete in Richtung der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa. Insgesamt reisen bis zum kommenden Wochenende rund 580 Soldaten aus Deutschland nach Afrika.

Das Zusammenwirken der militärischen Strukturen vieler europäischer Länder gilt als eigentlicher Reiz der Kongo-Mission und geht, wie informell zu hören ist, nicht immer reibungslos vonstatten. In Deutschland drückt der öffentlich geäußerte Vorwurf, die Bundeswehrsoldaten seien anders als ihre französischen Kameraden nicht mit kurzen Hosen und Sonnenbrillen ausgestattet, auf unpolitische Weise ein diffuses Gefühl aus, Deutschland sei im Kongo trotz seiner formellen Führungsrolle eher der unbeholfene kleine Bruder Frankreichs. Ein Bericht von Detlev Konnerth.

Al-Qaida in Kiel – Der Terrorhelfer Redouane E. H.

Es war ein Zugriff in letzter Minute. Am vergangenen Wochenende verhafteten Fahnder des Bundeskriminalamtes auf einem Hamburger Bahnhof den Deutsch-Marokkaner Redouane E. H. Der Terrorverdächtige wollte sich ins Ausland absetzen, das glauben zumindest die Ermittler. Jetzt sitzt der 36-Jährige in Untersuchungshaft.

In Kiel betreibt Redouane E. H. einen Internet- und Telefonladen. Und von hier aus soll er Kontakte zum Terrornetzwerk al-Qaida gehabt haben. Sicher scheint: Ins Fadenkreuz der Ermittler geriet er wegen seiner Kontakte zu Said Bahaji, dem mutmaßlichen Logistiker des 11. September.

Bahaji war kurz vor den Anschlägen 2001 ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet geflohen. Seither schickt er immer wieder E-Mails an seine Frau. Teile der elektronischen Post wurden von Zielfahndern des BKA abgefangen und mitgelesen. Die Bundesanwaltschaft glaubt, dass das Ehepaar Bahaji auch mit der Hilfe von Redouane E. H. Kontakt gehalten hat. Im November soll der Deutsch-Marokkaner dann an einem Sprengstofflehrgang der Terrorgruppe GSPC in Algerien teilgenommen haben.

Doch wer ist der Kieler Terrorhelfer? SPIEGEL-TV–Reporter Peter Hell zeichnet nach, wie aus Redouane E. H. ein glühender Verehrer des Terrorfürsten Abu Mussab al-Sarkawi wurde - und wie er von Deutschland aus den Dschihad unterstützte.

WM-Rasen in Stücken – Quelle verkauft Erinnerungsstücke in Acryl

Mit einer gewöhnlichen Maurerkelle sticht der Mann in den Rasen des Berliner WM-Stadions. Mit beiden Daumen hebelt er die Kelle unter die Grasnarbe, bis sich der Rasen etwas hebt. Dann greift er mit seinen kräftigen Händen unter das 40 mal 42 Zentimeter große Stück und zieht es vom Boden ab. Seit heute ist der komplette Rasen weg. Die Fifa muss das Stadion besenrein an Berlin zurückgeben.

"Die Kunden können eine gleich große Fläche im heimischen Garten ausstechen und den Stadionrasen dafür einlegen", sagt Kurt Dominik, dessen Firma sich um das Ausstechen kümmert. Weltweit zum ersten Mal wird dann der WM-Rasen über das Versandhaus Quelle zu 75 Euro das Stück verkauft - entweder als Naturrasen oder als zwölf mal sechs Zentimeter großer Acrylblock. Deshalb haben die Männer auch als Erstes den Anstoßpunkt, die beiden Elfmeterpunkte sowie die Eckpunkte herausgeschnitten. "Die Filet-Stücke, wo sich die Linien kreuzen, gehen zur Auktion bei eBay", sagt Dominik. Ein Film von Oliver Richardt.

Wo ist „Gonzo"? – Gänsegeier-Alarm über Norddeutschland

Ungewöhnliche Flugobjekte tummeln sich im deutschen Luftraum: Die vor gut 150 Jahren hier zu Lande ausgestorbenen Gänsegeier sind zurückgekehrt. Vom Schwarzwald bis Niedersachsen haben Vogelkundler Trupps von bis zu 70 der großen Aasfresser mit bis zu 2,80 Metern Flügelspannweite gesichtet.

"Das ist ein gewaltiger Einflug", berichtete Thorsten Krüger von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Hannover. Der Biologe sammelt Beobachtungen dieser drittgrößten europäischen Greifvogelart, die vor allem in Spanien und Südfrankreich heimisch ist. "Vermutlich stammen die Gänsegeier aus Spanien", sagt Krüger. Denn Spanien beherbergt mit 20.000 Tieren das größte Geiervolk.

"Gonzo" wurde bald in Uelzen, dann südlich Hamburgs und zuletzt Ende Juni in Schleswig-Holstein geortet. "Wenn wir Glück haben, dann fliegt er in seine Heimat zurück", hofft der Biologe. Andere Geier wurden seit Mai in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen-Anhalt beobachtet. Einzelne saßen schlapp auf Wiesen und Feldern, weil sie zu wenig Futter fanden, andere machten sich über tote Ferkel und Kaninchen her.

Der Geiereinflug sei eine "Chance für die Wiederansiedlung einer ausgestorbenen Vogelart". Denn vor 150 Jahren haben Gänsegeier noch auf der Schwäbischen Alb und im Mittelalter zwischen Worms und Trier gebrütet. Besonders Gebirgsstöcke in Baden-Württemberg sind auch nach Meinung des Naturschutzbundes Nabu für Wiederansiedlungen geeignet. Ein Film von Manka Heise.