Sommer-Wahnsinn Ein Land im Ausnahmezustand
Sommer-Wahnsinn - Ein Land im Ausnahmezustand
Brütende Hitze von der Nordsee bis Südbayern, von Aachen bis nach Zwickau. Der Juli, der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, raubt den Menschen den Schlaf, den Bauern die Ernte und bringt Straßenbauer zur Verzweiflung: In der seit Wochen anhaltenden Bullenhitze schlägt der Asphalt Blasen wie ein Hefeteig. Die Meteorologen haben festgestellt: Dieser Ferienmonat ist um fünf Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. Mensch und Tier stöhnen und haben sich doch auf die hitzigen Umstände eingestellt. Die Freibäder sind brechend voll und selbst Schweine gehen regelmäßig unter die Dusche. Während Bauern um die Früchte ihrer Arbeit kämpfen, genießen viele den scheinbar unendlichen Sommer.
SPIEGEL-TV-Reporter Birte Meier, Hannes Ravic, Uta Seidenspinner und Hendrik Vöringer haben die schwitzende Republik bereist.
Hitlers Flugzeugträger Die Entdeckung der "Graf Zeppelin"
Vor fast 60 Jahren verschwand die "Graf Zeppelin" auf mysteriöse Weise, die Spuren von Hitlers erstem und einzigen Flugzeugträger verloren sich in der Ostsee. Laut offizieller Version wurde der 260 Meter lange Koloss von der sowjetischen Flotte torpediert um zu testen, auf welche Weise sich feindliche Flugzeugträger, wie die amerikanische Navy sie schon zahlreich besaß, am besten versenken ließen. Mehrere Bomben wurden an Bord gezündet. Weil die "Graf Zeppelin" aber immer noch nicht untergehen wollte, feuerte man schließlich zwei Torpedos auf sie ab. Das Schiff verschwand von der Meeresoberfläche. Wo, darüber schwiegen sich die Militärs bislang aus. Jetzt haben Ölbohrer das Wrack des Giganten wieder entdeckt: Der untergegangene Riese liegt in etwa 80 Metern Tiefe, 55 Kilometer vom Hafen Wladyslawowo entfernt.
Im Interview mit SPIEGEL-TV-Reporter Peter Hell berichten die Entdecker über ihren Zufallsfund, der Historiker elektrisiert.
Der Ansturm der Armen Die neue Völkerwanderung
Menschen flüchten vor Kriegen und vor Hungersnöten, oft aber ist es nur der Traum von einem besseren Leben, der Jahr für Jahr Hunderttausende aus armen Ländern in die Ferne treibt. Zehntausende sind auf dem Weg nach Europa. Fast immer führt die Reise über das Meer - auf die Kanarischen Inseln, nach Südspanien oder Italien. Vier Jahre dauerte die Flucht des Ghanaers John Ampan, 46. Der dreifache Familienvater war mehrfach verschleppt und verhaftet worden, bis er es 1996 nach Spanien, aufs gelobte europäische Festland, geschafft hatte.
SPIEGEL-Reporter Klaus Brinkbäumer und SPIEGEL-TV-Reporter Lutz Ackermann haben den Ansturm der Armen beobachtet und die Reise von John Ampan quer durch Afrika rekonstruiert.