Vom Kinderzimmer ins Rampenlicht: Der Boom der Teeniebands - DER SPIEGEL
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Vom Kinderzimmer ins Rampenlicht Der Boom der Teeniebands

Weitere Themen der Sendung: Zielobjekt Bello - Hundekontrolleure auf der Jagd; Das Tränenwunder - Die weinende Madonna von Heroldsbach; Von Sauschwaben und Sprachkursen - Wieviele Deutsche verträgt die Schweiz
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vom Kinderzimmer ins Rampenlicht - der Boom der Teeniebands

Vor zwei Jahren fuhren sie noch mit dem Bus zur Schule: Bill und Tom Kaulitz, Teenager wie Tausende. Heute sind sie die Köpfe von "Tokio Hotel", sind so was wie Superstars. Haben Groupies en masse, wollen nicht zum Bund und haben Plattenumsätze, von denen andere nur träumen können. Zu den "Anderen" gehören Nevada Tan, Debbie Rockt oder die Killerpilze. Teeniebands, die bei einem Majorlabel unter Vertrag stehen und einmal Millionen einspielen sollen. Doch der Weg zum Ruhm, wer hätte es gedacht, ist lang und steinig. Wichtig ist vor allem gute Pressearbeit. So wie am Donnerstag in der Speicherstadt zu bestaunen: Nevada Tan beim "Bravo"-Shooting. Bei gefühlten Null Grad in kurzärmligen T-Shirts sehen es die 16- bis 18-Jährigen sportlich. "Na ja, es ist schon ganz schön kalt. Wenn man coole Bilder bekommt, dann ist es geil. Ohne einen festen Willen funktioniert das nicht." Adrian-Basil Mueller, Udo Müller und Alexandra Ringling haben die Stars von Morgen ein paar Tage begleitet.


Zielobjekt Bello - Hundekontrolleure auf der Jagd

Alle Hunde an die Leine! - Seitdem ein Gesetz in Hamburg es so verlangt, herrscht unter den Hundehaltern der Hansestadt der Ausnahmezustand. Hunde dürfen nur in bestimmten Arealen frei laufen. Darüber wacht in Hamburg der Städtische Ordnungsdienst, "Hundepolizei" im Volksmund. Wird ein Halter erwischt, dessen Hund frei läuft, obwohl er es an dieser Stelle gar nicht darf, dessen Hund keine Chipnummer oder keine Registrierung vorweisen kann, droht ein Bußgeld zwischen 25 und 300 Euro.

Eine Interessengemeinschaft strengt unterdessen eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz an, die meisten Hundehalter aber stört vor allem eins: die Gräben zwischen Menschen mit und Menschen ohne Hund werden immer tiefer. Man könne sich vor Anfeindungen kaum noch retten. Jeder fühle sich im Recht mit dem Ruf: "Leinen Sie doch mal die Töle an!"

Hundehalter in der Defensive: Beate Schwarz hat sich mit ihrem Kamerateam bei Hundekontrolleuren umgesehen.


Das Tränenwunder - die weinende Madonna von Heroldsbach

Es geschah am helllichten Tag, 2007 Jahre nach Christus. Im Bayrischen Heroldsbach weint die Mutter Gottes. Annegret Mewis und Katharina Nitzschmann aus Opfenbach waren dabei und küssten sogar eine Träne. Angeblich schmeckte sie salzig. "Es war der wichtigste Moment in meinem Leben", schwärmt Annegret gegenüber unserer Reporterin Tina Stahl. Pater Dietrich von Stockhausen, der an dem Tage der Erscheinung unverzüglich in die Kapelle gerufen wurde, tupfte mit einem Taschentuch die Tränen ab. Jetzt liegt das Corpus Delicti in einer Schublade im Büro des Pilgerheims, in einer profanen Plastiktüte mit einem Gummiband. Demnächst soll der Bischof entscheiden, ob das Tränentuch zur forensischen Untersuchung geschickt werden soll.

Dem Ort hat das Ganze viel Aufmerksamkeit beschert. Seit knapp sechs Wochen ist in dem kleinen Kaff der Hergott los: Busse baggern Pilger zur wunderbaren "Rosenkönigin von Heroldsbach", wie die Madonna genannt wird. Sogar eine Umgehungsstraße soll geplant werden.


Von Sauschwaben und Sprachkursen - wieviele Deutsche verträgt die Schweiz

Grenzübergang Basel-Weil. Täglich kommen hier rund zehn Sauschwaben, um mal gleich am Anfang der Geschichte ein Schweizer Wort für uns Deutsche einzuführen, durch, um ins Nachbarland auszuwandern. Allein im vergangenen Jahr waren es fast 25.000. Angelockt von drei Prozent Arbeitslosenquote, höheren Gehältern, Schweizer Lebensart und der Nähe zum Mutterland. Doch bei den Eidgenossen hält sich die Freude über die neue deutsche Welle in den Grenzen von 1291. Da wurde die Schweiz quasi gegründet, auf der Rütliwiese. Mit einem Schwur. Darin heißt es unter anderem: "Darum haben alle Leute der Talschaft Uri und die Gesamtheit des Tales Schwyz ... im Hinblick auf die Arglist der Zeit zu ihrem besseren Schutz und zu ihrer Erhaltung einander Beistand, Rat und Förderung mit Leib und Gut ... zugesagt gegen alle und jeden." Das gilt natürlich noch heute, vor allem gegenüber den Germanen aus dem Norden. Gudrun Altrogge über Deutsche in der Schweiz.