Schwerpunktsendung zum 10. Todestag: Diana - Die Zeugen im Tunnel - DER SPIEGEL
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Schwerpunktsendung zum 10. Todestag Diana - Die Zeugen im Tunnel

Zehn Jahre lang haben sie geschwiegen - jene Reporter und Fotografen, die dabei waren, als Dianas Leben in einem Pariser Autotunnel endete.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kurz nach dem tödlichen Unfall hatte man die Fotografen verhaftet, weil man glaubte, sie seien schuld am Tod der Prinzessin. Jetzt sprechen die Männer erstmals darüber, was sich in der Nacht des 31. August 1997 wirklich ereignete.

Sie war die meistfotografierte Frau der Welt: Diana, Prinzessin von Wales. Millionen von Fotos, tausendfach veröffentlicht - es waren viele, die mit ihrem Gesicht Geld verdienten. Nach ihrem Unfalltod waren die Schuldigen schnell gefunden: Jene Foto-grafen, die sie ständig umlagerten. Earl Spencer, Dianas Bruder, sagte kurz nach dem tragischen Crash: "Ich habe immer damit gerechnet, dass die Presse sie irgendwann umbringen würde. Jeder, der eines dieser aufdringlichen Fotos besitzt oder verbreitet hat, der hat Blut an den Händen."

Jetzt sprechen diese Fotografen zum ersten Mal im Fernsehen und erzählen Ihre Version der Geschehnisse im Alma-Tunnel in Paris. Zum Beispiel Romuald Rat, der als Erster am Unfallort eintraf. Er war in etwa sechshundert Meter Abstand hinter dem Mercedes hergefahren - den Unfall sah er nicht. Erst im Tunnel entdeckte er das rauchende Wrack. Romuald Rat wollte Erste Hilfe leisten, legte die Kamera zur Seite, öffnete die hintere Tür, um zu sehen, was er tun könne: "Al Fayed war offenbar tot, und ich konnte nichts tun. Also habe ich mich über die Prinzessin gebeugt, um zu sehen, ob sie noch lebt. Ich habe sie auf Englisch angesprochen. Ich sagte: Ich bin hier, bleiben Sie ruhig, gleich wird ein Arzt kommen".

Zufälligerweise war ein Arzt schon wenige Sekunden nach dem Crash zur Stelle. Der Intensivmediziner Frederic Mailliez war auf der Gegenfahrbahn unterwegs, als er den verunglückten Mercedes entdeckte. Sofort verschaffte er sich einen Eindruck vom Zustand der Opfer: "Links saß eine schöne Frau. Sie hatte zwar kein Blut im Gesicht, aber sie war bewusstlos". Mailliez erkannte nicht, wer die Schwerverletzte war, nur dass "sie schwer atmete". Der Notarzt bemerkte die Fotografen, die um das Wrack standen und fotografierten: "Sie waren wahrscheinlich ziemlich dicht dran, aber sie haben mich überhaupt nicht behindert".

Die SPIEGEL-TV-Schwerpunktsendung zeigt auch bisher unveröffentlichte Fotos aus dem Tunnel. Dianas Söhne Prinz William und Prinz Harry hatten deshalb versucht, die Ausstrahlung in England zu verhindern. Ohne Erfolg, denn die Würde der Prinzessin von Wales wird in der Dokumentation gewahrt. "Diana - Die Zeugen im Tunnel" rekonstruiert, was in jener Nacht im Tunnel geschah und wie die Fotos der verletzten Prinzessin innerhalb weniger Stunden von einer Millionenware zu wertlosem Papier wurden. Wie zwielichtige Paparazzi, aber auch hochprofessionelle Angestellte seriöser Nachrichtenagenturen, zu Schuldigen erklärt wurden. Und warum die tragische Nacht von Paris eine ganze Branche verändert hat.

SPIEGEL TV Magazin zeigt bei RTL exklusiv und zum ersten Mal im Deutschen Fernsehen die vielbeachtete Channel-4-Dokumentation über den Tod der Prinzessin von Wales.