Blaulicht im Rotlichtviertel Die Hamburger Davidwache
Lange Nächte: Lars Eggers, Polizist der Hamburger Davidswache, auf einem Rundgang über die Große Freiheit am Wochenende
Foto: SPIEGEL TVDann strömen über 100.000 Besucher über die Partymeile, und trotz des offiziellen Waffenverbots registriert die Polizei immer mehr Gewaltdelikte. Die Beamten sind deshalb nach 23 Uhr aus Sicherheitsgründen nur noch in Trupps von sechs bis acht Personen im Vergnügungsviertel unterwegs.
Dabei begann die Geschichte der Davidwache im Jahr 1840 ganz unspektakulär, als der Hamburger Senat eine Polizeiwache für das vor den Toren der Stadt gelegene Landgebiet St. Pauli bewilligte. Zuerst sollte es nur ein kleines Wachhäuschen sein, doch mit der immer rasanteren Expansion des Rotlichtviertels stieg auch der Bedarf an Polizeipräsenz. Im Laufe der Jahre hat sich der Mikrokosmos Reeperbahn immer wieder gewandelt - und mit ihm auch die Arbeit der Polizeibeamten. Während in den 1960er Jahren Betrügereien in Nepplokalen an der Tagesordnung waren, stellte in den 80er Jahren das Thema 'organisierte Kriminalität' alles in den Schatten. Schließlich gipfelten Hehlerei und Beschaffungsdelikte in einer Serie aus Morden - begangen vom Auftragskiller Werner Pinzner. Angepasst an die jeweilige Zeit versuchten die Beamten der Davidwache, für "Recht und Ordnung" zu sorgen - mit unterschiedlichen Methoden.
Auch das Verhältnis der Polizei zum Milieu und seinen Besuchern ist heute ein anderes als noch vor einigen Jahrzehnten. Das einstige Bild vom Schutzmann, den auf der Großen Freiheit jeder kannte und duzte, ist heute passé.
Die Samstags-Dokumentation dokumentiert den harten, manchmal aber auch amüsanten Alltag der Kiez-Beamten und zeigt, wie sie sich immer wieder den neuen Herausforderungen stellen mussten: Von der Anfangszeit der legendären Hamburger Kiezgrößen über die Bandenkriege der 80er und 90er Jahre bis zur Neuentdeckung der Reeperbahn als Touristenmagnet - die Beamten der Davidwache waren immer mittendrin. Polizisten von damals und heute, Staatsanwaltschaft, Prostituierte und Zuhälter erinnern sich an wilde Zeiten, sprechen über die täglichen Herausforderungen und ziehen Bilanz.