Überflieger: Junge Talente auf dem Weg zum Erfolg - DER SPIEGEL
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Überflieger Junge Talente auf dem Weg zum Erfolg

Warum verbringen vierzehnjährige Zwillinge sechsmal die Woche jeweils vier Stunden auf dem Tennisplatz? Wie finanziert ein Motorradtalent seine beginnende Profi-Karriere? Was ist für den Erfolg des dirigierenden Ausnahmetalents wichtiger: Disziplin oder Freude an der Musik?
Dennis singt und dirigiert auf höchstem Niveau und ist erst 15. Noch rangiert der Spaß vor dem Geldverdienen - doch wie lange noch?
Dennis singt und dirigiert auf höchstem Niveau und ist erst 15. Noch rangiert der Spaß vor dem Geldverdienen - doch wie lange noch?

Dennis singt und dirigiert auf höchstem Niveau und ist erst 15. Noch rangiert der Spaß vor dem Geldverdienen - doch wie lange noch?

Foto: SPIEGEL TV
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Dutzend Talent- und Castingshows dokumentieren jede Woche die Faszination der Nation an dem Phänomen "Superstar". Die Chancen und die Privilegien, die eine außergewöhnliche Begabung eröffnet, führen dazu, dass sich Talentscouts immer früher auf die Suche nach außergewöhnlichen Begabungen machen.

Überall sitzen junge Menschen in den Karrierestartlöchern. Doch wie und wann unterscheidet man Begabung von Ausnahmetalent? Was benötigt man, um ein Star zu werden: Glück oder gute Lehrer? Und kann man als Kind überhaupt professionell sein?

Leon, Dennis, Katharina, Lucas und Veronika sind fünf Kinder, deren besonderes Können früh entdeckt und gefördert wurde. Sie bewegen sich sicher in der Welt des Erfolgs, sind ambitioniert und stolz - und haben noch viel vor. Ist der disziplinierte Alltag dieser Kinder eine gute Vorbereitung auf die "Schule des Lebens"? Stärkt eine Karriere das Selbstvertrauen oder mindert Erfolgsdruck den Glauben ans eigene Können? Wie wichtig sind neben dem Talent Charisma und gute Berater?

Die meisten Eltern sehen in der Förderung ihrer Zöglinge nichts Ungebührliches. Doch ihre Umgebung beobachtet sie argwöhnisch: Zu häufig hat man Geschichten von überehrgeizigen Müttern und Kasernenhof-Vätern gehört. Wie leben die Familien mit dem Drahtseilakt einer Kinderkarriere?

Und schließlich steht am Anfang jeder Neuentdeckung immer schon die Frage nach dem Karriereende. Wie gelingt der Abschied vom Ruhm ohne Blessuren? Lassen sich Kinder darauf vorbereiten? Der Weg zum erfolgreichen Profi klammert manche kindliche Erlebniswelt aus, die vielleicht nötig wäre, um sich später an ein Leben auf Normalniveau zu gewöhnen.

Mädchen und Jungen, die in ihrem kurzen Leben schon Dinge erreicht haben, von denen andere nur träumen, nehmen uns mit in ihren Kindheits-Alltag, der sich in vielem, aber nicht allem vom dem ihrer Altersgenossen unterscheidet.

In den Startlöchern

Für das 11-jährige Latein-Tanzpaar Veronika und Daniel sieht die Zukunft goldig aus - längst sind sie der gleichaltrigen Konkurrenz auf dem Parkett davongetanzt. Ihr großes Ziel ist die Deutsche Meisterschaft 2012 - dafür wird in den Sommerferien kräftig trainiert. Freizeit kommt häufig zu kurz, sagt die Mutter - und übernimmt klaglos dreimal in der Woche den 80 Kilometer langen Fahrdienst.

Vor dem Durchbruch?

Wettkampferfahrung haben die Zwillinge Yana und Taya, seit sie 6 sind. Damals gewannen sie ihr erstes Tennisturnier - der Vater dient seither als Privattrainer und fährt nachts LKW. Heute sind die Mädchen 14, stehen auf der deutschen Rangliste an Platz 1 und 2 und versuchen den Vorstoß ins internationale Damentennis.

Vom Hobby zur Karriere

Bevor Leon lesen konnte, saß er bereits auf dem Motorrad. Motocross, Pocketbike, Superbike - immer fährt er vorne mit - als Jüngster. Nach 8 Jahren auf der Rennstrecke und diversen Titeln geht es jetzt um eine wichtige Entscheidung: Wenn sich in den nächsten Monaten kein Rennstall findet, will Leon umsatteln und einen anderen Beruf lernen.

Der Profi

Dennis singt und dirigiert auf höchstem Niveau und ist erst 15. Sein Alltag spielt sich neben der Schule vor allem in Übungsräumen, Tonstudios und Konzertsälen ab. Als Ausnahmetalent wird er vom renommierten Curtis Institut in Philadelphia regelmäßig gesichtet. Noch rangiert der Spaß vor dem Geldverdienen - doch wie lange noch?

Individualist mit Starpotential

Wer mit fünfzehn Jahren schon zahllose Geigen-Wettbewerbe gewonnen hat, bis ins Halbfinale des Supertalents gekommen ist und die Welt der europäischen Konzertsäle kennt, muss ein Ausnahmetalent sein. Doch der heute 15-jährige Lucas will mehr: Mit seinem ersten Soloalbum will er seinen eigenen Musikstil kreieren - eine Crossover-Mischung aus Klassik, Rock und Filmmusik.

Kind oder Karriere?

Beeke ist 11 und weiß mehr über Astrophysik als die meisten Erwachsenen. Sie geht auf eine Schule, die Hochbegabte speziell fördert, doch das reicht ihr nicht. Mit spätestens 17 will sie an einer amerikanischen Universität studieren. Gerade hat sie den SAT-Test - einen Studierfähigkeitstest - erfolgreich absolviert. Doch nicht überall macht Beekes IQ ihr das Leben leicht. Wenn es in der Schule kracht, helfen nur Schmusestunden mit Mama oder Lieblingsschlange Albert.

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