Versandhandel: Internet-Kunden: Neugierig aber treulos? - DER SPIEGEL
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Versandhandel Internet-Kunden: Neugierig aber treulos?

Auf der Jahrespressekonferenz des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels stellte Verbandspräsident Klaus Wirth die Umsatzprognose für das nächste Jahr vor.
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Frankfurt - Das gab es seit sieben Jahren nicht mehr: Wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) Anfang März mitteilte, konnte der Versandhandel 2000 ein Umsatzplus von 1,7 Prozent verzeichnen. Der Anstieg auf 41,5 Milliarden Mark stünde vor allem im Zeichen des wachsenden E-Commerce-Geschäftes, sagte der Präsident des BVH, Klaus Wirth, in Frankfurt.

Gestiegen sei vor allem der Umsatz von Büchern, Tonträgern und Druckerzeugnissen (plus 7,1 Prozent) sowie Textilien (5,9 Prozent). Der Verkauf von Nahrungs- und Genussmitteln hingegen ging ebenso zurück wie die Zahl der Bestellungen bei Schmuck, Porzellan und Waren aus dem Bereich Haus und Garten.

Trotz eines von Ökosteuer und Anstieg des Ölpreises offenbar belasteten Konsumklimas gab BVH-Präsident Klaus Wirth der Branche Anlass zur Hoffnung: "Eine Umfrage unter den Mitgliedern des BHV im Januar hat ergeben, dass 88 Prozent der Befragten für das Jahr 2001 von einem steigenden Umsatz ausgehen."

Dank der positiven Entwicklung im Internethandel hätten einige Verbandsangehörige ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 300 Prozent steigern können. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt erziele die Branche mit ihren Internet-Aktivitäten 2,1 Milliarden Mark Umsatz. Insgesamt rechnen die 186 Mitglieder des BVH für 2001 mit einer Umsatzsteigerung von 2,2 Prozent.

Der Wermutstropfen: So positiv sich die Neukundengewinnung per Internet auch entwickeln mag - die langfristige Kundenbindung gestaltet sich schwierig. Wirth beklagte die Unstetigkeit der Online-Käufer im Vergleich zu den traditionellen Katalogbestellern: "Bis zur zweiten Saison sind die Hälfte der Internetkunden wieder abgesprungen". Um dem Kunden ein Maximum an Bestellmöglichkeiten zu bieten, setzt der Versandhandel nun auf das so genannte "Multi-Channel-Retailing", das Online- und Offline-Vertriebsaktivitäten sinnvoll verbinden soll.