Navy Seals Amerikas geheime Armee
Immer wenn es irgendwo auf der Welt brennt und schnell gehandelt werden muss, kommen die Navy Seals zum Einsatz. Im Gegensatz zu den 7000 Mann der Elitetruppen des Heeres, den Green Berets, sind die Seals (Sea-Air-Land) universell einsetzbar. "Während die Green Berets Spezialisten heranzüchten, bilden wir Generalisten aus", so ein Seals-Offizer. In den kleinen Einsatzgruppen von vier bis 16 Mann muss jeder alles können.
Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft mit eigenen Wertvorstellungen und einer gewissen Öffentlichkeitsscheu getreu dem Motto: "No pictures. No names. No kidding." Die Offiziere der Navy schauen mit einer Mischung aus Neid und Verachtung auf die "Cowboys" der Seals. Die wiederum antworten auf die Frage, ob sie bei der Marine sind meist mit: "Nein, ich bin bei den Spezialtruppen."
Gegründet wurden die Seals 1962 von Präsident Kennedy. Seal Group One ist für das pazifische und Group Two für das atlantische Theater zuständig. Bei allen größeren amerikanischen Militärschlägen der letzten Jahrzehnte kamen sie zum Einsatz: Vietnam, Invasion auf Grenada (1983), Festnahme des Präsidenten von Panama, General Noriega (1989), Golfkrieg I und Golfkrieg II.
Die Seals sind keine Truppe für die konventionelle Kriegführung. Die Elitesoldaten werden nur für besondere Aufgaben eingesetzt:
- Kommandounternehmen - kurzfristige, gezielte Militärschläge mit einem bestimmten Ziel, etwa Zerstörung einer feindlichen Militäranlage oder Geiselbefreiung
- Aufklärung mit Abhorchstationen und Beobachtungsposten
- unkonventionelle Kriegführung - Aufbau, Ausbildung und Führung von Partisanen und Guerillatruppen hinter den feindlichen Linien
- Beratung und Schulung des Militärs der Verbündeten
- Anti-Terror-Einsätze gegen Einzelpersonen oder als terroristisch eingestufte Oranisationen
Oftmals finden die Einsätze der Seals in einer völkerrechtlichen Grauzone statt. Dementsprechend unterliegen die Operationen strenger Geheimhaltung. In den Augen der Kritiker ist die schlagkräftigste Elitetruppe der USA deshalb nichts weiter als eine Guerillatruppe in der unkontrollierten Verfügungsgewalt des Präsidenten.