Nürburgring: Ferien in der "Grünen Hölle" - DER SPIEGEL
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Nürburgring Ferien in der "Grünen Hölle"

Die 1927 fertig gestellte Nordschleife des Nürburgrings hat in ihrer Geschichte eine Menge tollkühner Fahrer in ihren rasenden Kisten gesehen. Heute dürfen auch Privatleute in der Eifel ordentlich Gas geben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Motorsport-Idole wie Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Hermann Lang oder Juan Manuel Fangio begeisterten die Zuschauer mit ihren legendären Spurts auf der Nordschleife. Der schottische Formel-1-Pilot Jackie Stewart gab der kurvigen Rennstrecke durch die Eifellandschaft den bis heute tausendfach zitierten Namen "Die grüne Hölle" - der Ausnahmesportler siegte hier 1968 bei strömendem Regen und trotz gebrochenen Handgelenks.

Nicht nur die Profis der Tourenwagen- und Formel-1-Szene fühlen sich vom Nürburgring magisch angezogen. Mit dem eigenen Auto oder Motorrad den Kurs zu befahren, ist auch für viele Privatleute eine außergewöhnliche Herausforderung - ein kleiner Schritt in die aufregende Welt der großen Motorsporthelden. Um die 20,8 Kilometer lange Strecke der Nordschleife in annehmbarer Zeit und möglichst unbeschadet zu bewältigen, braucht der private Rennpilot Fahrgeschick und höchste Konzentration.

Rennfahrerschulen wie "Zakspeed"  sorgen dafür, dass aus Freizeitrasern gut ausgebildete Sportfahrer werden. Auf ihrem Schulungsgelände am Nürburgring bilden die Profis von Zakspeed jedes Jahr rund 2500 Schützlinge aus. Gefahren wird auf Rennwagen aus der Formel Renault, einem Clio V6, einem RSR993 Renn-Porsche oder der Viper GTS R von Chrysler. Ein Formel Schnupperkurs "Bronze" kostet 850 Mark, der anderthalb Tage dauernde Grundkurs "Silber" schlägt bereits mit 2250 Mark zu Buche.

Auch die "Scuderia Hanseat"  schult auf dem Nürburgring. Die Hamburger bieten einen viertägigen Grand-Prix-Kurs auf der Nordschleife, der es in sich hat: Für 2450 Mark bekommt der zukünftige Rennpilot nicht nur das obligatorische Einführungs- und Fahrtraining, sondern gar ein Diplom für Sportfahrerlehrgang und Fahrsicherheitstraining, eine Sportunfallversicherung, freien Eintritt zur Erlebniswelt-Nürburgring, Ehrenpreise, Erinnerungscups und ein prächtiges Gala-Dinner nach Abschluss des Rennvergnügens. Auch an Ehefrauen und Freunde wurde gedacht: Der Co-Pilot zahlt für den ganzen Spaß nur 500 Mark.

Falls Sie Gruppenreisen verabscheuen und lieber mit dem eigenen PKW unterwegs sind, bedenken Sie: Die Fahrzeuge sollten in einwandfreiem technischen Zustand sein. Auch auf dem Nürburgring gilt zudem die Straßenverkehrsordnung. Da zum aktiven Umweltschutz auch der Lärmschutz gehört, schreibt die Nürburgring GmbH einen Lärmgrenzwert von 95 Dezibel in der Hausordnung vor. Fahrzeugbesitzer, die glauben, mehr Krach machen zu müssen, werden vom Befahren der Nordschleife ausgeschlossen. So richtig Gas geben können Privatleute lediglich während der Öffnungszeiten für Touristenfahrten.

Die Preise für das Befahren des Nürburgrings mit dem eigenen PKW:

Preis je PKW und Runde: 22 Mark/ 11,25 Euro
Motorrad: 25 Mark/ 12,78 Euro


Rundenkarten:
12-Runden-Karte PKW 224 Mark/ 114,53 Euro
6-Runden-Karte PKW 119 Mark/ 50,84 Euro
5-Runden-Karte PKW 88 Mark/ 44,99 Euro
(nur gültig am Verkaufstag)


12-Runden-Karte Motorrad 255 Mark/ 130,38 Euro
6-Runden-Karte Motorrad 135 Mark/ 60,02 Euro
5-Runden-Karte Motorrad 100 Mark/ 51,13 Euro
(nur gültig am Verkaufstag)


Jahreskarten: (ab 01.08.2001)
PKW: 515 Mark/ 263,32 Euro (berechtigen zum Befahren der Rennstrecke, wenn diese für Touristenfahrten geöffnet ist)
Motorrad: 565 Mark/ 288,88 Euro