Drama in der Ostsee Der Untergang des Fischkutters "Vorwärts"
Heftige Winde aus Ost-Nord-Ost und eine massive Gewitterfront zwingen Kapitän Hermann W. und seinen Kollegen Sven W., Kurs auf den Heimathafen Arnis im Kreis Schleswig-Flensburg zu nehmen. Gegen 23 Uhr meldet sich die Besatzung der "Vorwärts" ein letztes Mal per Funk bei den Mannschaften der drei Kutter, mit denen sie gemeinsam auf Fangreise gegangen war. Zwischen 23 Uhr und Mitternacht geschah vermutlich das Unglück: Beim Einholen des Netzes legt sich der 13 Meter lange Kutter mit der Kennziffer "ARN 2" auf die Seite und kentert. Das Schiff sinkt zehn Meilen östlich von Damp auf den Meeresgrund.
Nachdem die drei Schiffe ihren Hafen sicher erreicht haben, melden die Fischer die "Vorwärts" um ein Uhr als überfällig: Der Seenotkreuzer "Nis Randers" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger macht sich mit den Fischkuttern "Anna-Maria", "Sirius" und "Margarete" unverzüglich auf den Weg zur letzten bekannten Position der "Vorwärts". Insgesamt sieben Fischkutter, das Wasserschutzpolizeiboot "Fehmarn" und das Bundesgrenzschutzschiff "Duderstadt" beteiligen sich an der Suche - Rettungshubschrauber können auf Grund des schweren Gewitters erst gegen Morgen eingesetzt werden.
Um fünf Uhr ortet die Mannschaft eines Kutters ein nicht aufgeblasenes Rettungsfloß direkt unter der Wasseroberfläche - das Wrack der "Vorwärts" ist gefunden. Marinetaucher der Eckernförder Waffentauchergruppe bergen die Leiche des Kapitäns aus dem Ruderhaus des Wracks. Das zweite Besatzungsmitglied, Sven W. (32), bleibt vermisst. Nur sechs Tage später beginnen die Arbeiter eines Bergungsunternehmens damit, den Fischkutter aus 15 Metern Tiefe heraufzuholen.