Havarie auf dem Dortmund-Ems-Kanal Das Ende der "Irlich"
Das mit 1000 Tonnen Gips beladene Schiff befand sich auf dem Weg von Lohde/Weser ins niederländische Delfzijl. Auf Grund eines Ruderschadens wird die "Irlich" manövrierunfähig und treibt bei Papenburg im Landkreis Emsland gegen die Kanalböschung - das Schiff bricht in der Mitte auseinander. Die Wasserstraße wird unverzüglich gesperrt, an der Schleuse in Herbrum liegen gleich mehrere Binnenschiffe fest.
Ein Großteil der Gips-Ladung wird noch am selben Tag von der Strömung in den Kanal gespült. Weil Gips als unbedenklich für die Wasserqualität gilt, geben die Umweltschützer Entwarnung - bei einem Tankschiff mit einer vergleichbar großen Ladung hätte man Katastrophenalarm geben müssen. Größere Probleme bereitet allerdings das auslaufende Schmutzwasser, das Helfer bereits am Montagmorgen mit einer Ölsperre stoppen wollen. Wenig erfolgreich, denn der starke Tidenstrom macht diese Maßnahme wirkungslos.
Bergungsexperten prüfen, ob man das Binnenmotorschiff zunächst vollständig entladen und vor dem Abtransport per Ponton in zwei Teile schneiden sollte. Weil die Wassertemperatur nur knapp über Null liegt und die Strömung extrem stark ist, sehen die Experten von Tauchgängen ab. Mit 1200 Metern Stahlseil soll das Schiff schließlich gehoben werden. Beim Anheben des Wracks erweist sich, dass die Löcher bei weitem nicht so groß sind wie befürchtet. Mit dem Hochwasser kann die "Irlich" schließlich aufgetrieben werden.
So positiv das Ergebnis der Bergungsarbeiten, so unangenehm ist die Bilanz des Unglücks: Das Binnenschiff im Wert von 250.000 Euro kann nur noch verschrottet werden, der Schaden beläuft sich auf rund eine Million Euro.