Barbecue-Wettkämpfe und ihre Regeln Von Harmonie und rechtem Biss
Der Veranstalter des Spektakels, die World Barbecue Association (WBQA), sorgt mit festen Reglements dafür, dass der Wettbewerb nicht zum bloßen Freizeitspaß verkommt. Hier geht es - neben dem Spaß an der Sache - auch um Punkte in der Weltrangliste. Jeder, der die Regeln beachtet und 100 Euro investiert, kann mit einem Team an den Start gehen. Aber auch Nicht-Teilnehmer kommen auf ihre Kosten: Im Gespräch mit den Profis werden Rezepte ausgetauscht und manchmal sogar Geheimtipps verraten. Auch dieses Jahr kamen Tausende von Zaungästen zu dem Top-Event der internationalen Grillgemeinde.
Im "Club Aliga" am Plattensee brutzelten die multinationalen Teams um die Wette - und nahmen sich dafür viel Zeit. Beim klassischen Barbecue werden Fleisch, Gemüse oder Fisch bei niedrigen Temperaturen und damit sehr langsam gegart. Auf drei bis zehn Stunden Garzeit bei etwa 120 Grad Celsius bringt es ein perfekt zubereitetes Stück Fleisch - da wird Geduld zur Kardinaltugend des Grillmeisters. Und die wird laut dem Präsidenten der WBQA, Rolf Zubler, belohnt: "Das Fleisch ist zarter und saftiger, als man es von jeder anderen Garmethode her kennt", schwärmt der Schweizer.
Um zum Wettkampf zugelassen zu werden, sollte mindestens der Teamchef Mitglied einer Barbecue Landes- Kontinental- oder Weltorganisation sein, die der WBQA angehört. Es werden fünf Barbecue-Gerichte gewertet, deren Hauptbestandteile der Veranstalter vorgibt. Sowohl die Wahl der Energiequelle - Holz, Kohlen, Gas - als auch des Grillgeräts ist dem Team überlassen: Der eine setzt auf Marke Eigenbau, der andere schwört auf Modelle mit so klangvollen Namen wie "Kingfisher Cactus Jack".
Bewertungskriterien der Jury sind zunächst das Aussehen und die "Harmonie" des Gesamtgerichtes. Weil die hübsche Verpackung allein nicht reicht, werden Fleisch und Beilagen einem kritischen Geschmackstest unterzogen. Wurde die vorgegebene Garstufe erreicht? Ist das Steak so "medium", wie es sein soll? Wo der Laie nur nach persönlichem Empfinden urteilen kann, gehen die Profi-Bewerter systematisch vor: mit einer "Kauresistenzermittlung", die den "Biss des Hauptbestandteils" ermitteln soll.
Das abschließende Urteil reicht von einem gnadenlosen "indiskutabel ungenießbar" (1) bis zur Traumnote "Absolute Spitze" (10). Dazwischen schämt man sich für "stark verkohlt oder noch roh" (2) oder "akzeptabel" (5). Wer in der kulinarischen Kategorie versagt, kann auf die Fun-Sparte hoffen: Hier werden Tischdekoration, Bekleidung und Spaßfaktor des Teams bewertet. Wem es gelingt, das Sujet originell und kreativ umzusetzen und dann auch noch seine Gäste zu amüsieren, dem winken acht Punkte in der Sparte "Hitverdächtig" oder sogar zehn für die Wertung "Bisher unerreicht". Der Fun Barbecue Champion wird in der Regel von einer Jury aus VIPs und Sponsoren gekürt.
7th European Barbecue Championships
Termin: 21. bis 23. Juni 2002
Ort: Balatonvilagos, Club Aliga am Plattensee, Ungarn
Veranstalter: World Barbecue Association (WBQA)
Startgebühr für Teams: 100 Euro
Zuschauer und Besucher: Freier Eintritt
Weitere Informationen:
www.wbqa.com